Kloster Andechs Langjähriger Leiter des Klosterladens gestorben

19.08.2019

Frater Stefan Janker ist am 13. August nach längerer Krankheit gestorben. Er wurde 74 Jahre alt, wie das Benediktinerkloster Andechs mitteilte.

Frater Stefan Janker
Frater Stefan Janker © Kloster Andechs

Andechs – Der über Jahre für den Andechser Klosterladen verantwortliche Frater Stefan Janker ist am 13. August nach längerer Krankheit gestorben. Er wurde 74 Jahre alt, wie das Benediktinerkloster Andechs mitteilte. Der Ordensmann war vor allem für seine handwerklichen Fähigkeiten bekannt. Mit Nadel und Faden schuf der gelernte Kaufmann religiöse Kunstwerke. Auf den Dachböden und in den Kellern des Klosters hatte er manch abgelegte religiöse Schätze gefunden, die dringend der Renovierung bedurften. So stellte er mit seiner handwerklichen Geschicklichkeit alte Krippen wieder her, überdies auch Fatschenkindl oder Hausaltäre.

Der 1944 in Wörth an der Donau unweit von Regensburg geborene Janker trat nach einer Einzelhandelslehre 1967 bei den Benediktinern von Sankt Bonifaz in München und Andechs ein. Ein Jahr später legte er die zeitliche Profess ab und erhielt den Ordensnamen Stefan. 1970 übernahm er die Leitung des Andechser Klosterladens. Sich selbst bezeichnete der Benediktiner einmal als "barocken Menschen". Das Schnitzen, Malen oder Nähen war für ihn kein Problem. Den Umgang mit Nadel und Faden brachte er sich selbst bei. Sogar seine Mutter sei deshalb zu ihm gekommen, um sich manches vom Sohn zeigen zu lassen, erzählte er einmal der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Handwerklich und künstlerisch begabt

"Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens", war das Motto des Benediktiners. Regelmäßige Andechs-Pilger wussten um seine Leidenschaft und brachten ihm schon mal Tüten voll alter Stoffreste für sein Hobby mit. Immer abends widmete er sich diesem, wobei es schon vorkam, dass er am nächsten Tag mit seiner Arbeit unzufrieden war und mit der Schere wieder alles aufschnitt. "Immer wieder führt mich diese Arbeit in die Betrachtung und schließlich auch ins Gebet", sagte er über seine Leidenschaft.

Bis vor wenigen Jahren organisierte der Frater immer noch kleinere und größere Krippenausstellungen – von München bis ins bayerische Oberland. Aufgrund seiner künstlerischen Begabungen und seines offenen, freundlichen Wesens sei er für viele Menschen ein geschätzter Ratgeber gewesen, so der Orden. Das Requiem für Frater Stefan findet am 20. August um 10 Uhr in der Wallfahrtskirche statt.

Beerdigt wird er anschließend auf dem Friedhof an der Friedenskapelle. (kna)


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