Büchereiarbeit beim Sankt Michaelsbund Lebenslange Lesefreuden

29.09.2017

Öffentliche Büchereien sind aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken. Ein gutes Beispiel dafür ist in Grassau zu finden. Hier ist die Bücherei Treffpunkt für Jung und Alt, man kann hier spielen und Veranstaltungen besuchen und - na klar - Bücher ausleihen kann man hier auch.

In der Gemeindebücherei Grassau findet jeder das Passende für sich
In der Gemeindebücherei Grassau findet jeder das Passende für sich © Kiderle

Grassau – Die über tausend Mitgliedsbüchereien des Sankt Michaelsbundes sind aus dem Pfarr- und Gemeindeleben in Bayern nicht wegzudenken. Über 12.000 überwiegend ehrenamtliche Damen und (wenige) Herren engagieren sich für die katholische öffentliche Büchereiarbeit. Allein 2016 konnten sie über 5,4 Millionen Besuche und über 21.000 Veranstaltungen verzeichnen, die neben den regelmäßigen Öffnungszeiten und der Buch- und Medienausleihe ein wesentliches Element der aktiven Büchereiarbeit darstellen. Ihr sorgfältig ausgewähltes, lebensbegleitendes Buch- und Medienangebot sowie das vielfältige Veranstaltungsprogramm sorgen dafür, dass unsere Büchereien lebendige Treffpunkte und Orte der Begegnung und des Austausches sind.

„Spielende Bücherei“ und „Asylothek“

Ein gutes Beispiel dafür ist die Gemeindebücherei Grassau (Dekanant Traunstein). Hier ist die Bücherei ein Gemeinschaftsprojekt von Pfarrkirchenstiftung und Gemeinde. Ein Modell, das 600 Mal in Bayern so praktiziert wird. Rund 11.000 aktuelle Medien stehen in Grassau für die Büchereibesucher bereit: vom Bilderbuch für die kleinsten Leser bis zu Romanen und Ratgebern für Eltern und Großeltern, Filme für Groß und Klein, spannende Hörbücher, kurzweilige Spiele, sowie ein umfassendes Zeitschriften-Sortiment. Bei der Auswahl der Medien lässt sich das Team vor Ort gerne von der Buchberatung des Sankt Michaelsbundes unterstützen. Um in Sachen Büchereiarbeit auch immer auf dem neuesten Stand zu sein und Weiterentwicklungen zu planen und umzusetzen, nutzen die Mitarbeiterinnen oft die Fortbildungsangebote des Sankt Michaelsbundes.

Wem sieben Öffnungstage und das Angebot in den Regalen nicht ausreichen sollte, kann 24 Stunden täglich auf den E-Medienverbund LEO-SÜD zugreifen, bei dem die Grassauer Bücherei Mitglied ist. Insgesamt engagieren sich 25 Mitarbeiterinnen für die Leseförderung und Lesefreude an Schulen und Kindergärten, wissen sie doch sehr genau, dass Lesen die Schlüsselqualifikation für lebenslanges Lernen und kompetente Mediennutzung ist. Dass daneben auch die Wünsche der Eltern und Großeltern nicht zu kurz kommen, ist selbstverständlich, schließlich handelt es sich bei der Bücherei um eine richtige Familieneinrichtung. Folgerichtig finden sich zur Aktion „Spielende Bücherei“ auch immer wieder Jung und Alt in der Bücherei ein, um sich neue Spiele empfehlen und erklären zu lassen. Dass diese im Anschluss daran, auch noch zusammen ausprobiert werden, versteht sich natürlich von selbst. Darüberhinaus wird seit 2006 zusammen mit dem Rosenheimer Spielekreis im November die zweitägige Grassauer Spiele-Starparade organisiert. Dort werden die ausgezeichneten und besten Spiele des Jahrgangs vorgestellt, erklärt und gespielt.

Immer mit dabei: die Bücherei

Bayerische Gastfreundschaft wird nicht nur in der Bücherei selbst gepflegt: Seit 2015 hat die Bücherei auch noch ein mehrsprachiges Buchangebot im Jugendtreff, die sogenannte „Asylothek“ für junge Flüchtlinge. Mit Bedacht wurde dieser Standort ausgewählt, weil die Jugendlichen sich hier gern und oft aufhalten. Auf diese Weise erfüllt die „Asylothek“ zwei Funktionen auf einmal: Sie ist ein sichtbares Willkommenszeichen und zugleich eine Brücke in die Gemeindebücherei.Unübersehbar ist die Bücherei auch im pfarrlichen Leben. Bei Veranstaltungen mit dem Frauenbund oder dem Kirchenchor beispielsweise ist sie nicht wegzudenken. Außerdem ist sie im Pfarrbrief regelmäßig mit eigenen Artikeln vertreten oder selbstverständlich bei den Büchereifesten, zu denen auch die Pfarrei mit einlädt. Fazit: Die Bücherei ist immer irgendwie dabei. (Sabine Adolph Die Autorin arbeitet beim Sankt Michaelsbund in der Diözesanstelle für das Büchereiwesen im Erzbistum München und Freising.)

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Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Der Sankt Michaelsbund und sein Engel

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