kfd-Diözesanvorsitzende Regina Braun Leidenschaftlich glauben und leben

22.02.2017

Regina Braun leitet die Katholische Frauengemeinschaft im Erzbistum, ist stellvertretende Bürgermeisterin von Halfing und arbeitet als Sportlehrerin. Ein Porträt über die 58-jährige Powerfrau lesen Sie hier.

Regina Braun ist Diözesanvorsitzende der katholischen Frauengemeinschaft © kfd

München – Unser Verband ist mit 500.000 Mitgliedern der größte Frauenverband Deutschlands“, betont Regina Braun selbstbewusst. Sie ist Vorsitzende der katholischen Frauengemeinschaft in der Erzdiözese. Hier engagieren sich mehr als 15.000 Frauen in 22 Dekanaten und 130 Pfarrgruppen getreu dem Verbandsmotto „leidenschaftlich glauben und leben“. Das Motto passt auch gut zu Regina Braun selbst. Die kfd-Diözesanvorsitzende spricht voller Leidenschaft über ihren Verband, etwa darüber, wie sie und andere Vorstandsmitglieder in den vergangenen beiden Jahren fast alle Pfarrgruppen der kfd persönlich besucht haben. „Das war nötig, denn wir hatten 2015 eine Umstrukturierung des Diözesanverbands beschlossen. Danach soll jedes Mitglied allen Ebenen angehören – von der Pfarrgruppe bis zum Bundesverband, weil das für den Verband Vorteile mit sich bringt. Und davon haben wir die Mitglieder vor Ort überall überzeugen wollen.“ Seit 2017 greift nun die neue Regelung im kfd-Diözesanverband.

Liturgie für Frauen

„Jede Pfarrgruppe bei uns hat an sich ein dichtes Programm“, beschreibt Regina Braun die Arbeitsweise der Gruppen vor Ort. Jeden Monat gibt es Angebote – vom gemeinsamen Gottesdienst über Feste bis hin zu Bildungsveranstaltungen. Die Frauen bringen sich aktiv in die jeweilige Pfarrgemeinde ein und unterstützen die Seelsorger bei allem, was anfällt. Braun bereitet beispielsweise in ihrer Pfarrgemeinde Halfing bei Bad Endorf die Frauengottesdienste inhaltlich vor, die über die kfd angeboten werden: vom Jahresanfangsgottesdienst über die kfd-Maiandacht, zwei Abendwallfahrten pro Jahr bis hin zu den Rorate-Ämtern im Advent. „Liturgie für Frauen hat sonst keinen Platz in unserer Gemeinde, deshalb sind mir die Frauengottesdienste sehr wichtig“, erklärt die 58-Jährige. Besonders gern bereitet sie die Abendwallfahrten vor, die zu kleineren Kirchen oder Kapellen führen, an denen ansonsten kaum regelmäßige Gottesdienste stattfinden. Auch darüber hinaus ist Regina Braun im liturgischen Leben der Pfarrei engagiert: 26 Jahre lang gehörte sie dem Kindergottesdienst-Team an.

Mehr als Kuchen backen

„Natürlich sind wir kfd-Frauen auch diejenigen, die Kuchen backen, damit es beim Pfarrfest etwas zu essen gibt“, schmunzelt die Halfingerin. „Aber in unseren Pfarrgruppen geschieht natürlich noch viel mehr.“ So engagierten sich beispielsweise kfd- Gruppen zunehmend in den Ferienprogrammen der politischen Gemeinden und sorgten dafür, dass Kinder sinnvoll beschäftigt sind, während ihre Eltern arbeiten müssen.

Zum Profil der Katholischen Frauengemeinschaft gehört das politische Engagement, auch auf überregionaler Ebene. Das kfd-Spendenprojekt des Jahres 2017 sind beispielsweise die Frauenhäuser in der Erzdiözese München und Freising. „Es gibt viel zu wenige Plätze für Frauen, die Opfer von Gewalt werden“, weiß die Powerfrau. „Deshalb wollen wir die Frauenhäuser mit Spendengeldern unterstützen, damit sich die Situation vor Ort verbessert.“ Frauenrechte sind den aktiven Damen der kfd sehr wichtig. So engagieren sie sich zusammen mit Frauen aus anderen katholischen Verbänden im März für den „Equal Pay Day“, bei dem es um gleichen Lohn für Frauen und Männer für dieselbe Arbeit geht. Aber auch auf diözesaner Ebene fehlen die spirituellen Angebote nicht. Die Teilnahme an den Besinnungstagen schätzt Regina Braun ebenfalls sehr.

„Unser Verband ist ein gutes Mittel, um Frauensolidarität zu üben“, betont sie und wirkt dabei ein wenig nachdenklich. Es sei nämlich nicht automatisch so, dass Frauen solidarischer miteinander umgingen als Männer. „Doch man kann das einüben. Wenn es Frauen gut geht, dann sind sie auch dazu bereit, sich für diejenigen zu engagieren, die eher benachteiligt sind.“

Unterstützung durch die Familie

Nach Brauns Erfahrung kann es schnell so weit sein, dass es Frauen schlecht geht, etwa nach Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Trennungen. Die kfd-Diözesanvorsitzende beobachtet voller Sorge, dass sich gerade Jüngere oft nicht genügend Gedanken über ihre wirtschaftliche Absicherung machen. „Gerade dann, wenn junge Frauen Mütter werden und dann lange bei den Kindern zu Hause bleiben, kann sich das nachteilig auf die eigene Altersvorsorge auswirken.“ Sie selbst ist Diplom-Sportlehrerin und unterrichtet 20 Stunden pro Woche an einer Grund- und Mittelschule in Rosenheim. „Meine längste Auszeit aus dem Beruf hat acht Wochen gedauert. Aber ich hatte auch immer die Hilfe meiner Eltern, die vom Niederrhein nach Oberbayern gezogen sind, als ich mein erstes Kind bekam“, schildert Braun ihren Werdegang. Mittlerweile ist die vierfache Mutter auch schon Großmutter. Gearbeitet hat sie seit dem Abschluss ihres Studiums immer. Auch ehrenamtlich aktiv ist sie von Anfang an – und das ist Leidenschaft.

„Mein Mann hat mich dabei immer unterstützt. Wenn man ehrenamtlich aktiv sein will, funktioniert das nur, wenn die eigene Familie das mitträgt“, erklärt die 58-Jährige, die nicht nur in der kfd ein Leitungsamt innehat, sondern auch noch CSU-Mitglied und stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Halfing ist. Die Lust am Ehrenamt hat Regina Braun immerhin bereits an ihre älteste Tochter weitergegeben. „Sie ist auch aktiv in der kfd“, strahlt die Diözesanvorsitzende. Freude bereitet ihr ebenso die Aussicht, nach dem anstrengenden Pflichtprogramm der Neustrukturierung des kfd-Diözesanverbands nun wieder mehr im Bereich der „Kür“, also der inhaltlichen Arbeit, tätig sein zu können. „Wir Frauen haben großen Einfluss, wenn wir uns selbst ernst nehmen. So können wir beispielsweise mit dem Einkaufskorb Politik machen: Was wir kaufen, halten die Geschäfte auch vorrätig“, weiß Braun.

Erholung von ihrem aktiven Leben findet Regina Braun im Sport. „Ich liebe es, Kajak zu fahren“, verrät sie. „Außerdem gehe ich leidenschaftlich gern in die Berge. Und einmal im Jahr muss ich mit dem Radl zum Gardasee. Da wird mein Kopf frei und ich bekomme Energie für Beruf und Ehrenämter.“ (Gabriele Riffert)

Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd)

Geschichte: entstanden Ende des 19. Jahrhunderts aus den so genannten christlichen Müttervereinen
1928: Gründung des Zentralverbands der katholischen Müttervereine mit Sitz in Düsseldorf
1939: Auflösung des Frauenverbands durch die Nationalsozialisten
1959: Wiedergründung
1968: neuer Name „Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands“
Mitglieder: bundesweit 500.000; in der Erzdiözese München und Freising mehr als 15.000 Frauen in 22 Dekanaten und 130 Pfarrgruppen

Weitere Informationen über die kfd finden Sie hier.


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