Mehr Schutz für erwachsene Schutzbefohlene Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch überarbeitet

16.09.2013

Die Deutschen Bischöfe haben neue Leitlinien für den Umgang mit dem sexuellem Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Geistliche und andere Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz verabschiedet. Sie sind überarbeitete Fortschreibungen der bisherigen Regelungen.

Bischof Stephan Ackermann (Bild: Bistum Trier)

Bonn - Die 2010 verabschiedeten Leitlinien, zum Umgang mit sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche, wurden von den deutschen Bischöfen überarbeitet. Dabei wurde vor allem der zu schützende Personenkreis erweitert. Bisher hatten sich die Richtlinien nur auf den sexuellen Missbrauch von Kindern bezogen, jetzt werden auch erwachsene Schutzbefohlene miteinbezogen - beispielsweise Menschen in Behinderteneinrichtungen.

Es habe sich in den letzten Jahren gezeigt, dass solche Menschen auch in der Gefahr stehen, sexuelle Gewalt zu erleiden, so Stephan Ackermann, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen sexuellen Missbrauchs, im Interview mit dem Münchner Kirchenradio. Zudem wurden in den neuen Leitlinien die Regeln für die Rückkehr straffällig gewordener Priester in den seelsorgerischen Dienst verschärft. In den letzten drei Jahren habe man gespürt, dass man auf jeden Fall auch in den Blick nehmen müsse, wie groß der Ansehens- und Vertrauensverlust sei, wenn ein auffällig gewordener Priester wieder in die Seelsorge eingesetzt werde, so Ackermann. Die Rückkehr wird völlig ausgeschlossen, wenn durch den Einsatz eine Gefahr für Minderjährige oder andere Schutzbefohlene besteht.

Auch die Präventions- Rahmenordnung aus dem Jahr 2010 wurde noch einmal überarbeitet. In der Aus- und Weiterbildung soll die Prävention sexualisierter Gewalt zum Pflichtthema werden. Vor der Einstellung müssen künftige Mitarbeiter einen entsprechenden Verhaltenskodex unterzeichnen. Im Grunde werde das aber bereits so in den Bistümern praktiziert, so Ackermann. Die Leitlinien und Rahmenordnung wurden zunächst für fünf Jahre in Kraft gesetzt und sollen dann noch einmal überprüft werden. (cs)

 

Das komplette Interview mit Bischof Stephan Ackermann hören sie am 17.09. um 13.20 Uhr, 16.20 Uhr und um 22.20 Uhr im Münchner Kirchenradio.

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Kirche und Missbrauch

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