6. November Leonhard

06.11.2015

Leonhardifahrt in Bad Tölz (Bild: imago/imagebroker/siepmann)

Das Patronat für das er am populärsten ist, wurde Leonhard durch ein Missverständnis zugeschrieben. Besonders in Bayern wird er als Patron und Fürsprecher für das Vieh und vor allem die Pferde verehrt. Im Volksmund wird er sogar als Bauernherrgott bezeichnet. Eigentlich hatte Leonhard gar nichts mit Pferden zu tun als er im 6. Jahrhundert in Frankreich lebte. Er kam aus einer adligen Familie und schlug eine kirchliche Laufbahn ein. Statt aber Bischof zu werden, wie man ihn drängte, blieb er lieber Diakon. Er nutzte seine guten Kontakte zum Königshaus, um Gefangene zu befreien. Er bildete sie zu Handwerkern aus.

Seit dem 13. Jahrhundert wurde der Heilige Leonhard oft als Benediktiner mit Kette, oftmals auch mit Pferden und Ochsen dargestellt. Die Kette stand dabei symbolisch für sein Engagement für Gefangene. Doch sie wurde oft falsch interpretiert und als Viehkette angesehen. So wurde der Heilige Leonhard zum Viehpatron. Über 50 Leonhardi Wallfahrten mit Pferderitten und Kutschenfahrten werden in Bayern noch gepflegt. In dem nach ihm benannten Ort St-Léonard-de-Noblat in Frankreich feiert man zu seinen Ehren ein großes Ritterfest.


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