Lichtmess mal anders Lichterfest in der Kita

26.01.2019

Ein Brauchtum kehrt in Kitas zurück - immer mehr Einrichtungen feiern wieder Lichtmess.

Lichtmess in der Sandmuschel
Lichtmess in der Sandmuschel © SMB/Carolin Engel

München - Später Nachmittag – es ist Abholzeit in der Caritas Kinderkrippe in der Herzogspitalstraße. Heute hetzen aber viele Mamas und Papas nicht eben mal nach der Arbeit in die Krippe, um ihre Kind abzuholen und schnell nachhause zu kommen, heute feiert die Kita das jährliche Lichterfest.

Warum es schon vor dem 2. Februar, dem eigentlich Datum dieses Festtages begangen wird,hat einen ganz praktischen Grund: Alle Familien sind eingeladen von der Adventszeit und Weihnachten übrig gebliebene Kerzen mitzubringen. Die stecken oder stellen die Kinder stolz in eine große Wanne mit Sand im Hof der Kita und zünden sie gemeinsam mit Eltern und Erzieherinnen an. Dazu gibt es nochmal Punsch und den allerletzten Rest von den Plätzchen. Ein schöner Abschluss der Weihnachtszeit soll das Fest in der Kita in der Münchner Herzogspitalstraße sein, erzählt Patricia Wenzel, stellvertretende Leitung der Einrichtung: „Jesus ist das Licht der Welt. Das ist für Krippenkinder oft noch schwierig zu verstehen, aber wir erklären ihnen, dass die Tage jetzt wieder heller werden, dass das Licht zurückkehrt und eine schöne helle Zeit anbricht.“

Spielkameraden und Eltern kennenlernen

Dem Kita Team ist das christliche Miteinander im Alltag wichtig, „Wir feiern die Feste des Kirchenjahrs im Morgenkreis und Angeboten, sprechen mit den Mädchen und Buben über Jesus und Gott. Aber zum christlichen Glauben gehört auch das soziale Miteinander.“, sagt Wenzel. Und das nicht nur im Krippenalltag, sondern auch bei Festen, wie dem Lichterfest. Es sei wichtig, dass die Eltern auch die Möglichkeit haben sich kennenzulernen und auszutauschen. „Wir haben teilweise völlig andere Bring- und Holzeiten“, erzählt eine Mutter, „Da ist es schön, auch mal die anderen Eltern und Kinder zu treffen. Mein Sohn erzählt vielleicht abends von Tim oder Luisa, mit denen er gespielt hat, aber dazu habe ich oft kein Gesicht. Auf einem Fest, wie diesen, kann ich seine Spielkameraden und Eltern kennenlernen und das ist mir sehr wichtig.“

Da macht es auch nicht viel, dass einige Eltern gar nicht so genau wissen, was es mit Lichtmess auf sich hat „Ich dachte, das sei einfach so ein Treffen zum Beginn des neuen Jahres und der Abschluss der Weihnachtszeit“, sagt eine junge Frau. So ganz falsch liegt sie da ja nicht. Eine andere beschreibt ihr das Brauchtum rund um Maria Lichtmess, erzählt, dass damit früher die Weihnachtzeit endete und die Kerzen da geweiht werden. „Schön, da habe ich ja was dazu gelernt“, sagt die erste Mama lachend.

Ein gelungenes Fest

Die Kinder haben Respekt vor den Flammen der Kerzen, sind aber stolz, dass sie selbst beim Anzünden mithelfen durften. Es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre im Hof der Kita, das spürt man. Und alle sind begeistert – die Kleinen, die sich freuen, dass Mama und Papa mal beim Spielen zuschauen, die Großen, die froh sind so am Alltag ihrer Kinder teilnehmen zu dürfen und das Team, dass es so ein gelungenes Fest ist. Dass die Kinder von dem Fest und dem Vorleben christlicher Bräuche etwas mitnehmen, da sind sich nicht nur Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen einig. „Ich glaube, dass, selbst, wenn 1-3- jährige das noch nicht alles verstehen, Kinder in diesem Alter am aufnahmefähigsten sind. Sie spüren, dass es etwas Besonderes ist, sie werden sich später an das Gefühl erinnern. Vor allem, wenn es so in deiner großen Gruppe gefeiert wurde. Zuhause mir Mama und Papa, das ist nicht so spannend, aber das hier bleibt hängen“, ist sich eine Mama sicher.

Die Autorin
Stefanie Schmid
Radio-Redaktion
s.schmid@st-michaelsbund.de


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