Luzienhäuschenschwimmen Lichtermeer auf der Amper

12.12.2014

Einer langen Tradition folgt das Luzienhäuschen-Schwimmen auf der Amper in Fürstenfeldbruck. Es geht zurück auf ein Gelübde der Bürger im Jahr 1785, als der Ort von einer schlimmen Flutkatastrophe verschont bliieb. Auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche selbstgebaute Schiffchen auf der Amper schwimmen.

Die Kinder schauen am Ufer der Amper in Fürstenfeldbruck ihren selbstgebastelten Luzienhäuschen nach (Bild: Sankt Michaelsbund)

Fürstenfeldbruck - Am Samstag werden in Fürstenfeldbruck knapp 200 Luzienhäuschen zu Wasser gelassen. Gebaut worden sind sie von Schülern der Grundschulen an der Philipp-Weiß-Straße und am Niederbronner Weg.Viele der kleinen Werke aus Papier, Pappe oder Holz stellen Nachbildungen der eigenen Häuser der Schüler dar, aber auch ungewöhnliche Bauwerke bekannte Bauwerke sind dabei.

Samstagabend um 18 Uhr werden sie von der Wasserwacht oberhalb der Leonhardikapelle in die Amper gesetzt und damit den Fluten übergeben. Das tut zwar manchem jungen Baumeister schon ein bisschen leid, aber es ist Brauchtum. Im Jahre 1785 hatte es in Fürstenfeldbruck ein schlimmes Hochwasser gegeben. Am 13. Dezember, der Gedenktag der Heiligen Luzia, hatten die Gemeindebürger in einem Gottesdienst gelobt, dass sie jedes Jahr an diesem Tag einen Gottesdienst feiern würden. Und dabei wurden dann auch kleine Abbildungen ihrer eigenen Häuser auf die Amper gesetzt. Fürstenfeldbruck blieb damals vor einem schlimmen Überschwemmung verschont und die Menschen hielten sich an ihr Gelübde.

Zur Zeit der Klosteraufhebung unterblieb der Gottesdienst, die Luzienhäuschen ließ man jedoch weiterhin in der Amper schwimmen. 1851 war vorerst Schluss mit dem schönen Brauchtum. Schulrektor Georg Kachelriss ließ es nach knapp einhundert Jahren 1949 mit den Buben der Knabenschule wieder aufleben. Seitdem wird er an der Philipp-Weiß-Grundschule und an der Grundschule am Niederbronner Weg gepflegt und das Ereignis fand und findet jährlich statt. In diesem Jahr, in dem viele Teile Deutschlands von Hochwasser heimgesucht wurden, hat auch das Luzienhäuschen-Schwimmen in Fürstenfeldbruck eine besondere Bedeutung.

Die Luzienfeier beginnt am 13. Dezember um 18 Uhr vor der Leonhardkirche. Nach der Segnung der Häuschen durch Dekan Albert Bauernfeind und dem Entzünden der darin befindlichen Kerzen ziehen die Schülerinnen und Schüler mit ihren beleuchteten Häuschen Amper aufwärts. Die Brucker Wasserwacht setzt dort die Häuschen in die Amper ein. (sts)


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