Spendenfinale beim Adventskalender Löwen-Fan Schießler versteigert Philipp-Lahm-Bälle

23.12.2014

Rund 50.000 Euro und 1.000 Sachgeschenke für Flüchtlinge - diese beeindruckende Bilanz präsentierte Pfarrer Rainer Maria Schießler am letzten Abend des Lebendigen Adventskalenders in der Münchner Heilig-Geist-Kirche. Weltmeister Philipp Lahm grüßte per Videobotschaft und sorgte mit seinen signierten Fußbällen nochmal für einen Ansturm auf die Spendenkasse.

Pfarrer Schießler verkauft die von Weltmeister Philipp Lahm signierten Fußbälle beim Lebendigen Adventskalender in der Heilig-Geist-Kirche (Bild: Sankt Michaelsbund/Schlaug)

München – Die Heilig-Geist-Kirche ist bei der letzten Abendveranstaltung der Adventsaktion „Mensch München! - Münchner Künstler für Flüchtlinge“ erneut aus allen Nähten geplatzt. Zu Gast war diesmal der Kabarettist Christian Springer, der sich mit seinem Verein "Orienthelfer" für syrische Flüchtlinge engagiert. Springer berichtete vom Schicksal des Studenten Mohammed, der von Syrien nach Deutschland fliehen wollte und bei der Überfahrt per Schiff vor Griechenland mit rund 700 Flüchtlingen in schwere Seenot geriet.

Anschaulich schilderte Springer seine Hilflosigkeit, als er zufällig beim Wechseln seiner Winterreifen in Deutschland am Handy von der Katastrophe erfuhr und verzweifelt versuchte über seine Kontakte Rettungsmaßnahmen einzuleiten. Schließlich nahm die Situation ein gutes Ende, die Flüchtlinge konnten gerettet werden. Obwohl die Aktion eine der größten Seenotrettungen überhaupt gewesen sei, „ist davon bei uns nichts in der Zeitung gestanden“, so Springer. Ähnlich wie Papst Franziskus jüngst im Europaparlament erinnerte der Kabarettist daran, dass man es nicht zulassen dürfe, dass das Mittelmeer zu einem Massengrab für Flüchtlinge werde.

Lahm grüßt per Video

Zudem rief Springer dazu auf, Fremdenfeindlichkeit in Deutschland mit Argumenten zu entkräften und zielte damit auch auf Pegida ab. Ein Christkindlmarkt, der Wintermarkt hieße, weil er bis in den Januar andauere, und damit überhaupt kein Christkindlmarkt sei, sei eben zum Beispiel kein Zeichen für die Entchristlichung oder Islamisierung der Gesellschaft.

Die künstlerische Note des 23. Kalendertürchens trug der Kinderchor des Staatstheaters am Gärtnerplatz bei. Mit einer sehr lebendigen Darbietung sangen die Kinder ein Stück aus dem Bühnenmusical "Tschitti Tschitti Bäng Bäng".

Ein besonderes Highlight war zum Abschluss auch noch die Videobotschaft von Fußball-Weltmeister Philipp Lahm. Der Bayern-Profi lobte darin die Aktion und forderte die Besucher dazu auf, auch den Flüchtlingen zu Weihnachten gemeinsam eine Freude zu bereiten. Als Geschenk hatte Lahm der Adventsaktion handsignierte Fußbälle mit FCB-Logo zum Verkauf geschickt. Pfarrer Rainer Schießler brachte die etwa 20 Bälle trotz seiner Leidenschaft für den Erzrivalen TSV 1860 München bereitwillig unter das spendenfreudige Publikum, das ihm die Geldscheine förmlich entgegen zu werfen schien. (Klaus Schlaug)


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