Kardinal Marx auf Landshuter Hochzeit Lust an der Freude des Lebens

17.07.2017

Kardinal Reinhard Marx hat in Landshut dazu aufgerufen, die Urlaubszeit dazu zu nutzen, genauer hinzusehen und sich von der Schöpfung faszinieren zu lassen. In seiner Predigt betonte er die Bedeutung von Familie und der Weitergabe menschlichen Lebens durch Mann und Frau.

Kardinal Reinhard Marx besuchte auch den Festzug der Landshuter Hochzeit. © Kiderle

Landshut – Die Urlaubszeit sei für viele Menschen die Gelegenheit, genauer hinzusehen. Es gehe nicht darum, Motive für die Kamera zu sammeln, sondern Bilder für Herz, Verstand und Leben, sagte Kardinal Reinhard Marx im Rahmen eines Gottesdienstes anlässlich der Landshuter Hochzeit. Die meisten sammelten im Urlaub Erfahrungen in der Natur, ließen sich hineinziehen in deren Faszination. „Da suchen die Menschen eine Ruhe, eine Offenheit. Sie kommen aus dem Staunen nicht heraus über die Wunder der Schöpfung“, so Marx. Es sei sehr wichtig, dass „wir sehen lernen“, erläuterte der Erzbischof von München und Freising, „dass wir hinsehen lernen und uns faszinieren lassen vom Geheimnis der Schöpfung, von dem, was uns wunderbar gegeben ist.“

Keiner kommt an erster Stelle

Die Schöpfung sei darauf angelegt, Gott zu preisen und die Menschen zu öffnen für eine noch größere Wirklichkeit als die, die wir sehen, erläuterte Kardinal Marx und erinnerte an eine Betrachtung Kardinal Joseph Ratzingers, des späteren Papstes Benedikt XVI., zum Römerbrief beim Katholikentag 1984 in München. „Die ganze Schöpfung, in der wir leben, ist auch ein Hinweis auf den Schöpfer, obwohl der Schöpfer nie Teil der Welt ist.“ Die Schönheit, Größe und Faszination der irdischen Wirklichkeit gebe aber eine Ahnung von der Wirklichkeit Gottes, sagte Marx. Papst Franziskus lade in der Enzyklika „Amoris laetitia“ ein, das Außergewöhnliche unseres Lebens zu verstehen und dafür dankbar zu sein. Es gelte nicht „Germany first“ oder „America first“. Die Schöpfung sei das Haus für alle, so Kardinal Marx.

Weitergabe von Leben im Zentrum

„Im Zentrum unseres Staunens über die Schöpfung und über das menschliche Leben steht die Weitergabe des menschlichen Lebens“, führte Marx aus. Eltern wirkten durch ihre Hingabe, durch ihre sexuelle Liebe, durch ihre vertrauensvolle Gestaltung der auf Dauer angelegten Beziehung durch Mann und Frau mit an der Schöpfung. „Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus, dass Menschen von Gott die Möglichkeit geschenkt bekommen, das Leben durch die Liebe weiterzugeben.“

So könne man auch begreifen, was es bedeute, eine Hochzeit zu feiern – durch das Alte und Neue Testament und die Menschheitsgeschichte hindurch. Im Nachfeiern der Landhuter Hochzeit werde die Lust an der Freude des Lebens deutlich und das Staunen über die Kostbarkeit des menschlichen Lebens. „Ihr feiert nicht nur euch selber, ihr feiert das Leben selber“, sagte Kardinal Marx auf die Festspiele bezogen. „Ja, es ist ein Anlass zu feiern und dankbar zu sein, dass wir leben dürfen, dass uns das Haus der Schöpfung geschenkt wurde.“ (pm/ks)

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