Marienverehrung Männer, die "Maria" heißen

06.05.2019

Was haben Modedesigner Guido Maria Kretschmer und Pfarrer Schießler gemeinsam? Sie haben einen für Männer ungewöhnlichen Vornamen.

Maria gehört nicht nur bei Mädchen zu den beliebtesten Vornamen.
Maria gehört nicht nur bei Mädchen zu den beliebtesten Vornamen. © yournameonstones - stock.adobe.com

München – Dass Männer den Namen "Maria" tragen dürfen, macht eine Ausnahmeregelung möglich. Laut Johannes Mayer, Pressesprecher des Kreisverwaltungsreferats (KVR) in München, ist "Maria" zulässig, weil die Marienverehrung in der katholischen Kirche eine zentrale Rolle spielt. Es gibt in Deutschland darüber hinaus keinen weiteren zulässigen Frauennamen für Männer. Eine weitere Voraussetzung, um einen Jungen "Maria" nennen zu dürfen, ist die Kombination mit einem eindeutig männlichen Vornamen.

Von Kindern gehänselt

Männern, die "Maria" heißen, geht es ganz unterschiedlich mit diesem Zunamen. Pfarrer Rainer Maria Schießler verrät, dass er sich als Kind sehr schwer getan hat mit dem Namen „weil man mich immer gehänselt hat“, so der Pfarrer. „Wenn man mich geärgert hat, hat man ,Mare' zu mir gesagt“. Das ging so weit, dass er den zweiten Vornamen zeitweise verleugnet hat. Erst als er Günther Maria Halmer zufällig im Supermarkt trifft, ändert sich das. Auf die Frage, ob ihn der Name nicht störe, antwortet der Schauspieler ihm: „Dieses ,Maria' erinnert mich immer an meine katholischen Wurzeln“, ein Satz, der dem damals frisch geweihten Kaplan zu denken gibt. Schießler forscht nach, warum ihn seine Mutter so genannt hat und findet heraus, dass das aus einer Verehrung für Rainer Maria Rilke und als Erinnerung an den ersten verstorbenen Mann der Mutter passiert ist. Auch danach dauert es noch Jahre, bis sich Schießler ganz auf den Namen einlassen kann. Erst vorsichtig beginnt er damit, mit seinem vollen Namen zu unterzeichnen und aufzutreten. Heute fühlt er sich, „jedes Mal wenn es ausgesprochen wird, geehrt.“

Auch für Männer ein Vorbild

Auch Kapuzinerpater Stefan Maria Huppertz trägt den besonderen Namen. In seinem Fall hat er sich aber beim Eintritt in den Orden bewusst dafür entscheiden. Einmal „aus einer gewissen Marienfrömmigkeit heraus“, dann aber auch aus ganz praktischen Gründen. Vor siebzehn Jahren gab es nämlich bereits mehrere Pater und Brüder mit dem Namen Stefan im Orden. Neben der praktischen Komponente hält Pater Stefan Maria für ein gutes Vorbild, auch für ihn als Mann: „Wir hören von Maria, dass sie alles, was geschah, in ihrem Herzen bewahrte und bewegte und mit diesem Schatz an Erfahrungen auch immer wieder das Richtige gesagt und getan hat“.

Auch heute noch taufen Eltern im Erzbistum Jungen auf den Namen Maria. Die Vornamestatistik der Stadt München für 2018 zeigt: in der Beliebtheitsskala rangiert "Maria" beim dritten Vornamen der Jungs auf Platz drei, beim vierten Vornamen führt "Maria" die Statistik an. Natürlich werden auch Mädchen "Marie" oder "Maria" genannt. "Marie" ist beim ersten Vornamen auf Platz fünf und beim zweiten und dritten Vornamen ganz an der Spitze.

Die Autorin
Linda Burkhard
Radio-Redaktion
l.burkhard@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Der Mai und Maria

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