Sommerrätsel der Münchner Kirchenzeitung Märtyrer mit Schnitzaltar

22.07.2021

Im Sommerrätsel der Münchner Kirchenzeitung geht es heuer um Heilige und Selige mit Bezug zum Erzbistum München und Freising. In Folge vier wird ein Heiliger aus dem dritten Jahrhundert gesucht.

Relieftafel
Hans Leinberger verewigte den Heiligen und dessen Legende im Moosburger Münster. © EOM/HA Kunst/Achim Bunz

Vor ein paar Jahren hat ein Moosburger Kaplan einmal in einem Radiobeitrag den Landshutern scherzhaft gedroht, „dass wir uns unseren Heiligen wieder heimlich bei Nacht und Nebel zurückholen“. Bis heute hadern geschichtsbewusste Moosburger damit, dass dessen Reliquien 1604 in die niederbayerische Residenzstadt gekommen sind. Immerhin ist dem Städtchen zwischen Landshut und Freising einer der bedeutendsten bayerischen Kunstschätze geblieben. Der Bildschnitzer Hans Leinberger hat 1514 dem in dieser Folge gesuchten Märtyrer einen einzigartigen und zuletzt vor zehn Jahren restaurierten Altar gewidmet, der in der Moosburger Hauptkirche zu sehen ist. Das Münster der Stadt ist auch unter dem Namen des Heiligen bekannt.

Opfer der Christenverfolgung 

Auf vier Relieftafeln zeigt Leinberger dessen Legende. Er soll ein hoher Beamter und Berater Kaiser Diokletians gewesen sein. Dieser römische Herrscher ließ im dritten Jahrhundert eine blutige Christenverfolgung durchführen. Sein enger Mitarbeiter gehörte der verfemten Religion aber selbst an und versteckte Glaubensbrüder und -schwestern in seinem Palast. Ein Denunziant verriet den verheirateten Familienvater und der büßte seine Glaubenstreue mit einem brutalen Tod. Leinberger zeigt, wie römische Soldaten den Märtyrer mit dem Kopf nach unten an ein Gestell gehängt haben und mit Keulen prügeln.

Weil er danach immer noch lebt, werfen sie ihn in eine Bodensenke und begraben ihn mit Sand, damit er erstickt. Einer der Häscher schiebt gerade einen beladenen Schubkarren heran, damit das Material für die grausame Hinrichtung nicht ausgeht. Dieses Werk von Leinberger ist also in Moosburg geblieben.

Legende in Glasfenstern festgehalten

Die spirituell mindestens genauso bedeutenden Reliquien des Heiligen sind bereits um das Jahr 800 aus Italien dort angekommen. Sie waren der Stolz des Benediktinerklosters in der Stadt, das später von einem Kollegiatsstift abgelöst wurde. Auf herzoglichen Befehl kam das Stift nach St. Martin in Landshut. Wenige Jahre später zogen die Gebeine des Heiligen nach und sind bis heute dortgeblieben. Die Landshuter haben ihn zum zweiten Patron ihrer Hauptkirche erhoben. Im nördlichen Seitenschiff über dem Reliquienschrein hat sich der Maler Max Lacher in einem bemerkenswerten Kunstwerk ebenfalls mit dem Heiligen befasst. Es ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden.

Lacher erzählt in einer Reihe von Glasfenstern die Legende des Märtyrers unter dem Eindruck der gerade untergegangenen nationalsozialistischen Terrorherrschaft. Die Folterknechte, die den Heiligen darauf quälen, tragen ziemlich eindeutig die Gesichtszüge von Adolf Hitler, Hermann Göring und Joseph Goebbels. Der Heilige aus der Antike steht damit stellvertretend für die Opfer eines antichristlichen Gewaltregimes und wird so in die damalige Gegenwart geholt.

Übrigens ist er auch Patron der nahen Holledau, wo ein Weiler bei Reichertshofen sogar seinen, allerdings etwas abgekürzten, Namen trägt. Weil sich dort in der Kirche ebenfalls eine Reliquie des Märtyrers befindet, war der Ort lange Zeit ein Wallfahrtsziel.

Wie heißt der Heilige, dem die Münsterkirche in Moosburg an der Isar geweiht und der dortige einzigartige Altar gewidmet ist?

Die Sommerzeit ist auch in diesem Jahr Rätselzeit in der Münchner Kirchenzeitung. Heuer stellen wir Ihnen in sechs Rätsel-Folgen verschiedene Heilige und einen Seligen vor, die einen Bezug zum Erzbistum München und Freising haben und bis heute besondere Verehrung genießen. Wir fragen dabei nach dem jeweiligen Glaubenszeugen selbst und/oder nach einer ihm zugeordneten Kirche.

Wer miträtselt, kann wieder schöne Preise gewinnen. Pro Folge verlosen wir zwei DAB+-Radiogeräte, zwei Büchergutscheine im Wert von 25 Euro für unsere Buchhandlung Michaelsbund, zwei Michaelsbund-Isoflaschen sowie vier Michaelsbund-Messenger-Bags (Umhängetaschen). Am Ende wird aus allen richtigen Einsendungen der Hauptgewinner gezogen. Für den Glücklichen spendiert unser bewährter Rätsel-Partner, das Bayerische Pilgerbüro, eine Reise nach Lourdes für eine Person.

Bitte schicken Sie die richtige Lösung an folgende Adresse:

Münchner Kirchenzeitung Sommerrätsel
80326 München

Oder per E-Mail:

redaktion@michaelsbund.de

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Der Einsendeschluss für die vierte Folge ist Donnerstag, 5. August 2021 (Poststempel).

Der Autor
Alois Bierl
Chefreporter Sankt Michaelsbund
a.bierl@st-michaelsbund.de


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