Gedenken an Dominik Brunner Mahnmal für Zivilcourage

12.09.2013

Sein Tod sorgte bundesweit für Entsetzen: 2009 wurde Dominik Brunner am Bahnhof in München-Solln von zwei Jugendlichen getötet. Der Geschäftsmann hatte den Zorn der Täter auf sich gezogen, weil er in der S-Bahn vier Schüler beschützte. An seinem vierten Todestag wurde nun am Bahnhof in Solln ein "Mahnmal für Zivilcourage" enthüllt.

Bischofsvikar Rupert Graf zu Stolberg und Stadtdekanin Barbara Kittelberger segneten das Mahnmal (Bilder: Sankt Michaelsbund)

München – In München-Solln erinnert seit Donnerstag ein "Mahnmal für Zivilcourage" an den Tod von Dominik Brunner. Der Geschäftsmann fiel am 12. September 2009 direkt am Bahnsteig den Tritten und Schlägen von zwei Jugendlichen zum Opfer. Das Verbrechen löste damals eine bundesweite Debatte über Zivilcourage, Jugendgewalt und schärfere Strafen aus. Die Täter wurden ein Jahr später zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Brunner erhielt posthum das Bundesverdienstkreuz.

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle, Bürgermeisterin Christine Strobl und Vertreter der Dominik-Brunner-Stiftung enthüllten das Mahnmal am Bahnhof Solln. Bischofsvikar Rupert Graf zu Stolberg und Stadtdekanin Barbara Kittelberger segneten die Gedenkstätte.

Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, appellierte an die Teilnehmer der Gedenkfeier, in vergleichbaren Situationen nicht mehr weg-, sondern hinzuschauen. Zivilcourage sei eine ganz wichtige Voraussetzung "für das Funktionieren einer Gesellschaft". Hoeneß ist Kuratoriumsvorsitzender der Dominik-Brunner-Stiftung und Initiator des Bündnisses "Münchner Courage - Initiative gegen Gewalt". Neben ihm saß während der Gedenkfeier der Vater des Verstorbenen.

Bischofsvikar Graf zu Stolberg sagte den Münchner Kirchennachrichten, es sei ein "zutiefst christliches Anliegen", Menschen in Not zu helfen. Er könne aber nicht einschätzen, wie er selbst in so einer Situation reagieren würde. Er könne Gott nur darum bitten, "mir die Kraft zu geben, dass ich einschreite, dass ich das Richtige tue und nicht einfach wegschaue".

Die mannshohe Skulptur aus Stahlplatten bildet drei Menschen ab, die sich an den Händen halten. Der Mallersdorfer Künstler Stefan Rottmeier orientierte sich bei der Gestaltung am Logo der Stiftung und ihrem Motto "Zusammenhalt macht stark". Diese engagiert sich seit 2009 für Bürgersinn und Nächstenliebe. (ksc/kna)


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