Gedächtniskapelle in Dachau Mahnmal und Zeichen für Aussöhnung

31.07.2013

Vor 50 Jahren wurde die Kapelle „Regina Pacis“ (Königin des Friedens) am KZ-Ehrenfriedhof Dachau-Leitenberg geweiht. Der marmorne Rundbau im Renaissancestil soll an die zirka 38.000 Italiener erinnern, die in den Konzentrationslagern starben.

Die Kapelle "Regina Pacis" am KZ-Ehrenfriedhof in Dachau (Bild: Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau)

Mit einer Eucharistiefeier wird am Mittwoch an den Jahrestag der Weihe erinnert.

Heute dient die Kapelle auch als Denk- und Mahnmal für die von den Nazis Ermordeten aller Länder. Sie soll ein Zeugnis sein „für die Überwindung früherer Gegensätze“, sagte Pastoralreferent Ludwig Schmidinger dem Münchner Kirchenradio. Schmidinger ist Bischöflicher Beauftragter für die KZ-Gedenkstättenarbeit in der Erzdiözese München und Freising. Die Entstehung der Gedächtniskapelle sei auch ein Zeichen für den Friedenswillen „zwischen dem italienischen und deutschen Volk“ gewesen. Außergewöhnlich dabei ist: Der Boden auf dem die Kapelle steht, ist offiziell italienisches Staatsgebiet, erklärte Schmidinger.

Drei Päpste stifteten für die Votivkapelle auf dem Areal eines Massengrabs mit den sterblichen Überresten von mehr als 7.500 Dachauer KZ-Insassen. In den 1950er Jahren wurde der Leitenberg zum Ehrenfriedhof umgestaltet. Wesentliche Impulse zur Errichtung der Kapelle gab der Eucharistische Weltkongress 1960 in München, die erste internationale Großveranstaltung nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland. An der Kapellenweihe nahmen Italiens Staatspräsident Antonio Segni, Bundespräsident Heinrich Lübke und Bayerns Regierungschef Alfons Goppel teil.

Der Gottesdienst zum 50. Jahrestag der Weihe beginnt am Mittwoch um 19 Uhr. Das ausführliche Interview mit Ludwig Schmidinger zur Gedächtniskapelle läuft im Livestream des Münchner Kirchenradios gegen 16.09 Uhr. (ksc/ks/kna)

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