Fit für den Arbeitsmarkt Malteser bringen Flüchtlingen Umgang mit Computern bei

08.02.2019

Benja kommt aus Eritrea. Mit einem Computer hat er noch nie gearbeitet. Um eine Ausbildung zu beginnen, muss er damit aber umgehen können. Bei den Maltesern besucht er nun einen EDV-Kurs.

Bei den Maltesern lernt Benja mit dem Computer umzugehen.
Bei den Maltesern lernt Benja mit dem Computer umzugehen. © SMB/Hasel

München – Benja ist etwas schüchtern und doch fest entschlossen, etwas aus seinem Leben zu machen. Der junge Mann aus Eritrea investiert zwei Mal die Woche gut zwei Stunden am Abend, um die ersten Schritte in EDV zu lernen. Benja fängt bei Null an. Computer gab es in seinem früheren Leben nicht, erzählt er. Jetzt hat er acht Wochen Zeit, sich mit Rechner und Tastatur anzufreunden. Und er hat ein Ziel: Er will eine Ausbildung zum Verkäufer machen. „Da muss man mit Computern umgehen können“, erklärt Benja. Vom Malteser EDV-Kurs für Flüchtlinge in den Räumen eines Bildungsträgers am Sendlinger Tor in München hat er vom Hörensagen erfahren.

Lernen einen Computer zu benutzen

Die Kurse sind beliebt, denn hier bekommt jeder Teilnehmer auch seinen eigenen Jobmentor. Der Flüchtling soll am Ende des Kurses einen Computer benutzen können, erläutert Rahel Wacker, die bei den Maltesern die Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit koordiniert. Oft entstünde zwischen Trainer und Schüler ein so gutes Verhältnis, dass der ihn auch nach dem Kurs weiter unterstützt, zum Beispiel beim Bewerbungen Schreiben oder bei Problemen am Arbeitsplatz. Ob das bei Benja und seiner Jobmentorin Eva Gloria Villarreal y López auch einmal so sein wird, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Beide kennen sich erst seit kurzer Zeit.

Die Jobmentorin ist jedenfalls hochmotiviert. Sie weiß, wie wichtig es ist, auf dem Arbeitsmarkt integriert zu sein. Sie selber kam vor rund 20 Jahren aus Spanien nach München. Gerade mithilfe ihres Berufes habe sie es geschafft, in München heimisch zu werden. Heute arbeitet die promovierte Chemikerin im Gefahrstoffmanagement. Sie sei dankbar, dass sie es geschafft habe, Fuß zu fassen, erzählt López. Jetzt möchte sie etwas davon zurückgeben, indem sie sich seit gut einem Jahr in der Flüchtlingshilfe engagiert.

Ausrüstung könnte besser sein

Von der Studentin bis zum IT-Experten im Ruhestand sei man bei den Helfern breit aufgestellt, meint Wacker. Auch wenn viele vom Ende der Willkommenskultur sprächen, könne sie das nicht bestätigen. Bei den Maltesern seien die Helfer in der Regel Menschen, die seit der Flüchtlingskrise mit dem Wunsch schwanger gehen, sich zu engagieren. Viele hätten länger nach Einsatzmöglichkeiten gesucht, bis sie bei den Maltesern schließlich das Projekt finden, das ihnen zusagt. Wacker ist optimistisch, dass das auch in Zukunft so bleiben wird. Etwas anderes macht ihr da schon eher Sorgen: die Ausrüstung könnte besser sein. Einfach mehr Computer und Laptops für die EDV-Kurse, das wäre Wackers größter Wunsch.

Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de


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