Hochwasser-Opfer in Rosenheim-Oberwöhr „Man spürt so viel Dankbarkeit“

10.06.2013

Grenzenloser Kummer, aber auch Momente der Freude – beides findet sich in den Krisengebieten nach der Hochwasserkatastrophe. Oberwöhr gehört zu den Orten in Bayern, die die Flut besonders schlimm erwischt hat. Als das Wasser sich zurückzog, wurden die teils enormen Schäden sichtbar.

Dekan Daniel Reichel (links) hilft beim Aufräumen (Bild: Schlecker)

Bei vielen Bewohnern machte sich bei diesem Anblick Verzweiflung breit. Doch dann keimte wieder Hoffnung auf. In Form von Hunderten freiwilliger Helfer, die seitdem selbstlos bis zur Erschöpfung mit anpacken, wo es nur geht, damit in dem Rosenheimer Stadtteil wieder Normalität einkehren kann. Thomas Niklas (29) hat die Hochwasserkatastrophe im Fernsehen mitverfolgt. Schnell war für ihn klar: „Da muss ich helfen“. Sofort startete der derzeit arbeitslose Mann aus Griesstätt einen Aufruf über Facebook. Er suchte weitere freiwillige Helfer, um den Menschen in den betroffenen Gebieten beistehen und helfen zu können. Die Resonanz war groß, und Niklas machte sich zusammen mit vielen Gleichgesinnten auf den Weg nach Rosenheim. Viele Tage haben die Helfer nicht einmal drei Stunden am Tag geschlafen. „So lange es etwas zu tun gibt, bin ich da“, steht für Niklas fest.

Dekan Daniel Reichel denkt mit Schaudern an den Tag nach der Flut zurück: „Nach so einer Katastrophe steht man erst einmal da, weiß nicht mehr weiter, ist hilflos und fühlt sich alleine.“ Für ihn ist der immense Hilfseinsatz ein „großes Glaubensbekenntnis“. Er hat festgestellt, dass die Menschen bei einer derartigen Katastrophe nicht verzweifeln: „Eher das Gegenteil ist der Fall. Ich höre immer wieder, wie froh man ist, dass es Gott sei Dank nicht noch schlimmer gekommen ist.“ Ein Erlebnis in den bangen Stunden der Hochwasser-Nacht bleibt ihm wohl besonders gut in Erinnerung: „In den Fluten trieb eine kleine Mutter-Gottes-Figur an mir und einer alten Frau vorbei. Die alte Frau betete bei diesem Anblick zur Mutter Gottes, sie möge ihr doch helfen. Danach stieg das Hochwasser tatsächlich nicht noch weiter an.“ (Karin Wunsam / Münchner Kirchenzeitung)


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