Klaus Nöscher geht in Ruhestand Mann der Weltkirche

30.04.2014

Erste Erfahrungen mit der Weltkirche machte er auf einer Landjugendfahrt nach Bolivien, ohne daran zu deken, dass er diesen Bereich lange Jahre für das Erzbistum ausfüllen würde. Nun geht Klaus Nöscher nach 21 Jahren im Bereich der heutigen Abteilung Weltkirche in Ruhestand.

Klaus Nöscher (Bild: eom)

München - Gut erinnert sich Klaus Nöscher an seine ersten Begegnungen mit Indios in Ecuador: „Sie trauten sich kaum, uns anzuschauen und hatten Scheu, uns die Hand zu geben.“ Heute, über 20 Jahre später, verspüre er Freude, wie sich das Verhalten der indigenen Bevölkerung im Partnerland des Erzbistums zum Positiven hin verändert habe: „Man trifft auf selbstbewusste Menschen, die wissen, was sie wollen, die nicht mehr betteln müssen und Pläne für ihre Zukunft haben.“ Das sei „beglückend“, so Nöscher.

Hier spüre er, dass sich seine Arbeit gelohnt habe, erzählt er mit seiner unverkennbaren Stimme im ruhigen oberbayerischen Tonfall. 35 Jahre arbeitete Nöscher im Ordinariat: Die letzten 21 Jahre im Bereich der jetzigen Abteilung Weltkirche, davor als Geschäftsführer der katholischen Landvolkbewegung.

Blick auf Südamerika

Jetzt, mit 65 Jahren, geht er zum 1. Mai in den Ruhestand, räumt sein Büro im Asamhaus in der Sendlinger Straße, wo regelmäßig Vertreter anderer Kulturen und Länder ein- und ausgingen: vom südamerikanischen Bischof und Befreiungstheologen über den afrikanischen Biobauern bis hin zur indigenen Sozialarbeiterin. Nöscher weitete den diözesanen Blick für andere Kontinente, vor allem Südamerika.

Auf einem Bauernhof bei Sachsenkam in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen, ministrierte er regelmäßig bei der Frühmesse im nahen Kloster Reutberg. Schnell engagierte er sich in der katholischen Landjugendbewegung. Nöscher gehörte zu den Mitbegründern der KLJB-Pfingsttreffen auf dem Petersberg bei Dachau. Nach dem Abschluss seiner landwirtschaftlichen Ausbildung war er einige Jahre „auf der Suche nach seinem Weg“, war zunächst im Agrarhandel tätig und dann als JVA-Beamter in Stadelheim, wo er in einem Forensik- Forschungsprojekt mitarbeitete.

Aufbruch unter Kardinal Döpfner

Identifikationsfigur und die bis heute prägende Gestalt für ihn war Kardinal Julius Döpfner. Es war die Zeit des Konzils und der Würzburger Synode, es herrschte Aufbruchstimmung, man rang in vielen Diskussionengemeinsam um die gute Sache. Nöscher engagierte sich als Laie in seiner Kirche, wovon auch seine Gremienarbeit als Pfarrgemeinderatsvorsitzender, Dekanatsratschef und im Vorstand des Diözesanrats zeugen.


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