Kardinal Marx im Liebfrauendom Mariä Himmelfahrt ist ein „Mutmachfest“

16.08.2017

Am Dienstag haben Katholiken das Fest Mariä Himmelfahrt gefeiert. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die Feier der Aufnahme Mariens in den Himmel als ein Fest der Hoffnung bezeichnet.

Für Kardinal Reinhard Marx ist Mariä Himmelfahrt ein "Mutmachfest".
Für Kardinal Reinhard Marx ist Mariä Himmelfahrt ein "Mutmachfest". © EOM

München – Mit Gottesdiensten, Prozessionen und der Segnung von Kräuterbüscheln haben die Katholiken in Bayern am Dienstag das Hochfest Mariä Himmelfahrt gefeiert. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx rief die Gläubigen im Liebfrauendom dazu auf, sich auch im Alltag für eine Perspektive der Unendlichkeit zu öffnen. Die Verbindung von Diesseits und Jenseits sei wesentlich für den christlichen Glauben. "Wir spüren in unserem Herzen eine Hoffnung, die über die Traurigkeit und die Anstrengung hinausgeht und den Blick wagt auf eine Wirklichkeit, die jenseits ist von Raum und Zeit, die wir uns nicht vorstellen können."

Kardinal Marx bezeichnete die Feier der Aufnahme Mariens in den Himmel als "Mutmachfest". Christentum bedeute, dass sich Gott ganz und gar auf diese Welt einlasse. Das helfe, auch das eigene Leben neu anzunehmen. "Was in diesem Leben gelebt wird, in diesem Leib, in der Beziehung zu anderen Menschen, durch unsere Sinne, das alles soll gereinigt, erfüllt, vollendet werden."

Am Ende des Gottesdienstes segnete Kardinal die mitgebrachten Kräuterbuschen. Der Brauch der Kräuterweihe geht auf eine Erzählung des Johannes von Damaskus zurück, der als Mönch um 700 im Kloster Mar Saba bei Jerusalem lebte. Laut dieser Erzählung erfüllte „wundersamer Kräuterduft“ das Grab Marias. Auch aus dem 14. Jahrhundert ist eine Legende überliefert, wonach die Grabtücher, in die der Leichnam Marias gewickelt wurde, „gleich Balsam und der Blume der Lilien“ dufteten. Vor diesem Hintergrund werden in Bayern zu Mariä Himmelfahrt Kräuter zu Sträußen gebunden und im Gottesdienst gesegnet. Bei der Kräutersegnung wird über die Fürsprache Marias Gottes Heil erbeten. Darin drückt sich nicht nur die Achtung vor der Schöpfung aus, sondern die Heilkraft der Kräuter symbolisiert auch die liebende Zuwendung Gottes zu den Menschen. Traditionell werden die Kräuterbuschen von bäuerlichen Familien anschließend getrocknet und später im Herrgottswinkel aufgesteckt. In mehreren hundert katholischen Mariä Himmelfahrtskirchen in Bayern wurde am Dienstag zugleich das Fest der Namenspatronin gefeiert (KNA/pm)


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