Marienweg um Maria Thalheim Marianisch-meditative Mai-Wanderung

20.05.2021

Kirchen, Natur und Maria - das bietet der Marienweg im Erdinger Holzland. Gerade der Marienmonat Mai eignet sich für diese schöne Wanderung.

Wegweiser mit Marienbild und Maria Thalheim
Im Marienmonat Mai mit der Gottesmutter unterwegs. © Angerer

"Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah" – mit dieser gerade in Corona-Zeiten wieder sehr aktuell gewordenen Erkenntnis sind meine Frau und ich im Marienmonat Mai auf dem Marienweg bei Maria Thalheim (Dekanat Erding) unterwegs, und das schon zum zweiten Mal. Seit 2004 gibt es diesen spirituellen Wanderweg. Blaue Täfelchen mit dem Marienbild der Wallfahrtskirche Maria Thalheim geben unterwegs die Richtung vor, und wer mag, kann die 8,5 Kilometer lange Route auch abkürzen. Obligatorisch ist natürlich der Besuch der 600 Jahre alten Wallfahrtskirche von Maria Thalheim ein wahres Juwel.

Überraschungen auf dem Weg

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Wollen wir unmittelbar in Maria Thalheim mit einer Besichtigung der Kirche starten oder beginnen wir in dem zwei Kilometer südöstlich gelegenen Weiler Oberbierbach beim Gasthaus Strasser und der nahen Martinskirche? Ein großer Parkplatz und eine mögliche Einkehr am Ende des Rundweges böten sich dort an. Wir entscheiden uns für Letzteres, wenngleich wir unsere Brotzeit im Rucksack dabeihaben müssen, denn zum Zeitpunkt unserer Begehung ist das Gasthaus coronabedingt leider geschlossen. Sowohl in der Wallfahrtskirche in Maria Thalheim als auch beim Wirt in Oberbierbach ist ein Orientierungsblatt mit allen Wegen und Varianten des Marienweges erhältlich.

Vom Gasthaus begibt man sich zunächst in nordöstlicher Richtung auf eine Anhöhe am Waldrand. Dort erwartet den Wanderer die erste Überraschung: Ein von der Katholischen Landvolkbewegung Holzland errichtetes, bronzenes „Meditationsrad“ lässt innehalten. „Unterwegs sein“ lautet sein Motto. Man darf sich mit eigenen Gedanken in ein Besucherbuch eintragen und das eine oder andere Erinnerungskärtchen mitnehmen. Durch das Bierbacher Holz geht es sehr abwechslungsreich von einem Meditationspunkt mit Spruch zum nächsten. Da und dort lädt eine Bank zur Rast ein. Dabei stoßen wir auch auf einen „Weg der Baumbotschaften“, der mit insgesamt 16 Informationskästchen auf die vielen Wunder von Wald und Natur hinweist. Wir treffen sie auf unserem Marienweg immer wieder an und sind somit nicht nur marianisch-meditativ, sondern auch naturkundlich unterwegs.

Geschichtsreiches Gotteshaus

Nach Verlassen des Waldes wählen wir an einer Wegkreuzung einen Abkürzer direkt hinunter nach Maria Thalheim. Gleich am Ortseingang liegt linker Hand ein vom Marienbach gespeister, kleiner Badeweiher mit Rastbänken, die zur geruhsamen Brotzeit-Pause einladen. Rund um den Weiher war auch der Landesbund für Vogelschutz aktiv und hat einen Nistkasten-Lehrpfad eingerichtet. Gut gestärkt gehen wir von dort weiter zum Ortszentrum mit der berühmten Wallfahrtskirche, um der Gottesmutter unsere Reverenz zu erweisen.

Die Kirche mit dem Patrozinium „Mariä Himmelfahrt“ ist unbedingt einen Besuch wert – Rokoko in Vollendung! Es handelt sich dabei um eines der bedeutendsten Wallfahrtsziele in Oberbayern, seine Geschichte reicht 600 Jahre zurück. Das heutige Gotteshaus mit seiner ehemaligen Friedhofskapelle stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, Letztere ist sogar über 200 Jahre älter. Fällt Sonnenlicht durch die Südfenster, zeigt sich das Gotteshaus – eigentlich müsste es „Haus Mariens“ genannt werden – in seiner ganzen Pracht.

Aussicht und Kirchenführung

Weiter geht es auf dem Marienweg in südwestlicher Richtung, entweder etwas steil bergan am Friedhof vorbei oder auf einem kleinen Umweg über Kleinthalheim auf einem Wiesenweg hinauf zu einem Höhenrücken mit mächtigen Buchen. Von einer Bank aus genießt man eine schöne Aussicht auf das liebliche Erdinger Hügelland. Nun folgen wir mit Blick auf Maria Thalheim einem Höhensträßchen ostwärts über den Weiler Eck bis zu einer Straßenkreuzung. Ab hier ist es nur noch ein Kilometer bis zum Ausgangspunkt Oberbierbach.

Zum Abschluss dieses abwechslungsreichen und besinnlichen Marienweges kann man sich mit einer Einkehr beim Strasser-Wirt belohnen. Auf Anfrage begleitet der Senior-Wirt interessierte Besucher mit dem großen Kirchenschlüssel in der Hand noch in die sehenswerte Kirche St. Martin, wo man sich mit einer Spende in den Opferstock revanchieren darf. Die Kirche steht nicht nur weithin sichtbar auf einer Anhöhe, umgeben vom kleinen Friedhof und blühenden Wiesen, sondern birgt auch im Inneren so manche Sehenswürdigkeit. So hat es hier – ein seltener Anblick – der heilige Antonius von Padua mit dem Jesuskind auf dem Arm in Lebensgröße zur Ehre eines Platzes am Hochaltar gebracht. Der heilige Florian steht ihm gegenüber, und beide flankieren ein eindrucksvolles Altarblatt des heiligen Martin vom Münchner Hofmaler Johann Degler (1667 – 1729).

Beglückt machen wir uns auf den Heimweg. Gerade in unserer oft so hektischen Zeit tut diese Wanderung Leib und Seele gut. (Manfred Angerer, freier MK-Mitarbeiter)

Mehr Informationen zum Marienweg finden Sie auf der Website des Pfarrverbands Reichenkirchen/Maria Thalheim.

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Der Mai und Maria

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