Ausstellung im Münchner Hauptbahnhof Martin Luther als Comic-Held

19.04.2017

Im Münchner Hauptbahnhof zeigen leuchtende Schilder Ausschnitte aus der neuen Graphic Novel „Martin Luther“. Bunte Bilder für Kinder sind hier nicht zu sehen. Das Gegenteil ist der Fall.

Im Reformationsjahr gibt es eine Comic-Ausstellung zu Martin Luther.
Im Reformationsjahr gibt es eine Comic-Ausstellung zu Martin Luther. © SMB/Rauch

München – Mitten im Trubel des Münchner Hauptbahnhofs ist eine kleine Ausstellung zu sehen. Im Zwischengeschoss direkt neben Bäckereien und Supermärkten zeigen riesige leuchtende Schilder einige Stationen aus dem Leben des Reformators Martin Luther im modernen Comic-Stil. Darunter sind seine Kritik am damaligen Ablasshandel, bei dem sich Christen von ihren Sünden freikaufen konnten, und der berühmte Thesenanschlag in Wittenberg. Auch Martin Luthers Verfolgung ist ein Thema. Die Bilder sind geprägt von starken dunklen Farben und einer düsteren Grundstimmung. Gerade in Kombination mit den anspruchsvollen Texten sind sie eher etwas für Erwachsene.

Luther und Bahnhof – das passt

Susanne Breit-Keßler, die Regionalbischöfin der Evanglisch-Lutherischen Kirche in Bayern, ist von der Ausstellung begeistert. Es sei schon besonders, auf welch hohem Niveau das Wirken des Kirchenreformators dargestellt werde. Es sei zunächst überraschend, eine solche Ausstellung mitten im Hauptbahnhof zu sehen, aber genau da gehöre sie hin, meint Breit-Keßler. Martin Luther wollte schließlich, dass die Bibel unter die Leute kommt und sie jeder lesen kann. So gehöre auch das was ihn bewegt hat mitten unter die Leute.

Die Bilder sind Ausschnitte aus der Graphic Novel „Martin Luther“, die die italienischen Künstler Andrea Grosso Ciponte und Dacia Palmerino herausgebracht haben.

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler sieht im Hauptbahnhof den passenden Ort für die Ausstellung.
Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler sieht im Hauptbahnhof den passenden Ort für die Ausstellung. © SMB/Rauch

Die Botschaft des Evangeliums

Susanne Breit-Keßler möchte mit der Ausstellung im Jahr des Reformationsgedenkens die Leute wieder an die Wurzeln heranführen und aufs Neue klarmachen, was eigentlich die Botschaft des Evangeliums ist. Die sei nämlich, dass Gott die Menschen liebe und zu ihnen stehe. Das sollten die Menschen wieder verstehen, so Breit-Keßler, und auch dazu trage die Ausstellung bei.

„Die Ausstellung weckt wirklich von Neuem Interesse am Thema“, findet Heiko Hamann, der Leiter des Bahnhofmanagements in München. Jeden Tag sei eine knappe halbe Million Leute im Hauptbahnhof unterwegs. Das bedeute zwingend auch Rücksichtnahme auf den anderen. Alleine deshalb sei der Bahnhof ein geeigneter Ort für das Thema Luther. Die Deutsche Bahn arbeitet mit der Evangelischen Kirche als Partner zusammen und will die Ausstellung über Martin Luther in weiteren Bahnhöfen in Deutschland zeigen. Die Ausstellung „Martin Luther“ im Münchner Hauptbahnhof ist noch bis Sonntag, den 23. April zu sehen. (Manuel Rauch)

Mehr über die Ausstellung erfahren Sie im Münchner Kirchenradio. Das beschäftigt sich am Donnerstag, den 20. April einen Tag lang mit dem Reformationsjahr. Der Ökumene-Beauftragte des Erzbistums Dr. Florian Schuppe zieht Bilanz und Katholisch-evangelische Ökumene in den Pfarrgemeinden wird thematisiert.

Dieser Artikel gehört zum Thema 500 Jahre Reformation

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