Dankgottesdienst für Mutter Teresa Marx: "Die christliche Prägung ist die Nächstenliebe"

12.09.2016

Vor wenigen Tagen wurde Mutter Teresa heiliggesprochen. Bei einem Dankgottesdienst in München erklärte Kardinal Marx, wie sich die Kirche am Zeugnis der Heiligen messen lassen muss.

Mutter-Teresa-Schwestern im Dankgottesdienst. © Kiderle

München – Als großes Geschenk an die Kirche hat Kardinal Reinhard Marx die jüngst heiliggesprochene Mutter Teresa gewürdigt. Die Heiligsprechung habe ihn sehr bewegt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Sonntag in München bei einem Dankgottesdienst. Er sei der Ordensfrau im Jahr 1979 kurz nach seiner Priesterweihe begegnet und habe ihr den Primizsegen spenden dürfen, berichtete Marx. Dies habe ihn über die Jahre immer wieder geprägt und in eine besondere Beziehung zu ihr gebracht.

 

Im Gottesdienst wieß der Erzbischof von München und Freising darauf hin, dass sich Christen in die Gesellschaft einbringen sollten. „Aber nicht in dem Bewusstsein: ‚Wir sind auch da, wir sind auch wichtig.‘ Sondern: ‚Wir tun etwas, wir zeigen, was es bedeutet, den Namen Christi zu tragen.‘“ Das zeige sich daran, „wie wir reden, wie wir handeln, nicht mit Schaum vor dem Mund, nicht mit Hass gegen andere, sondern in Demut, selbstbewusst, klar, in der Orientierung an der Gestalt Jesu von Nazareth und in der Ausrichtung an den Schwachen und Kranken, an der Hoffnung“. Dabei gehörten „Mystik und Politik, also geistliches Leben und Verantwortung für die Welt“, zusammen, betonte Kardinal Marx.

Kardinal Marx bei seiner Predigt in Sankt Margaret. © Kiderle

Die Armen in die Mitte holen

Mutter Teresa habe „mit diesem großen Glaubenszeugnis und mit ihrem Zeugnis der Tat das ganz radikal und überzeugend sichtbar gemacht“. So werde die christliche Prägung einer Gesellschaft sichtbar: „Die christliche Prägung unsere Landes besteht ja nicht nur aus Weihnachtsmärkten und Gipfelkreuzen und Kirchweihfesten. Die christliche Prägung ist die Nächstenliebe, der Sinn für die Schwachen, die Sensibilität für die Armen“, sagte der Erzbischof: „Wo die Armen nicht in die Mitte geholt werden, da ist die christliche Prägung eben nicht da.“ (KNA/pm)

Die Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa von Kalkutta (1910-1997) ist als "Mutter der Armen" weltweit bekannt. Als Albanerin mit bürgerlichen Namen Agnes Gonxha Bojaxhiu im heute mazedonischen Skopje geboren, gründete sie 1949 in Indien die "Missionarinnen der Nächstenliebe". Vor allem ihre Heime für Findelkinder und ihre Sterbehäuser für todgeweihte Obdachlose machten sie über den Subkontinent hinaus bekannt. Papst Franziskus sprach Mutter Teresa am vergangenen Sonntag heilig. Im Pfarrgebiet von Sankt Margaret befindet sich eine Niederlassung des von Mutter Teresa gegründeten Ordens.


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