40 Jahre Neokatechumenat in München Marx feiert Jubiläum mit Gemeinschaften

13.07.2015

Der Weg zur Wiederentdeckung der eigenen Taufe - das ist der Neokatechumenale Weg: Bei der Jubiläumsfeier der Münchner Gemeinschaften würdigte Kardinal Marx deren lebendiges Glaubenszeugnis und erläuterte, warum die Taufe für ihn "eine große Liebesgeschichte" ist.

Kardinal Marx inmitten von Kindern aus den Neokatechumenalen Gemeinschaften. Bild: Walter

München - Mit einem festlichen Gottesdienst in der Münchner Kirche St. Maximilian feierte Kardinal Marx mit den Gemeinschaften des Neokatechumenalen Wegs deren 40-jähriges Bestehen im Erzbistum. In Anwesenheit der über 800 Teilnehmer, darunter vieler junger Ehepaare mit etwa 200 Kindern, 40 Priestern sowie Gästen anderer Bewegungen und aus dem Ordinariat, dankte der Kardinal in seiner Predigt für das Zeugnis des gelebten Glaubens, das in den Gemeinschaften sichtbar würde. „Die Taufe ist eine große Liebesgeschichte, in die wir eintreten sollen“, so der Kardinal. Er wünsche sich für die Pfarreien, wie für die Kirche insgesamt, eine „Vertiefung der existenziellen Dimension der Taufe“. „Wenn Menschen einmal entdecken, dass sich in Jesus von Nazareth Himmel und Erde berühren, dann leben wir in einer unzerstörbaren Wirklichkeit – diese Erfahrung ist umwerfend!“, so Marx. Im Blick auf die missionarischen Initiativen des Weges zitierte Marx Papst Benedikt XVI. , der die drei Schritte der Evangelisierung formuliert hatte: 1. Das Entdecken Gottes in Jesus Christus, 2. die Entdeckung der Gemeinschaft mit anderen Gläubigen und 3. das Erfahren einer neuen Lebensweise. „Aber wie viele Menschen, wie viele Christen, haben diese Erfahrung wirklich gemacht?“, fragte der Kardinal. Er  motivierte dazu, die moderne Welt als Aufgabe der Evangelisierung zu sehen.

Der Neokatechumenale Weg ist ein Weg zur Wiederentdeckung der eigenen Taufe. Nach dem Vorbild des urchistlichen Tauf-Katechumenats bietet er eine Hinführung zur existenziellen Dimension des Glaubens für heute meist bereits getaufte Christen an. Der Weg wurde 1990 von Papst Johannes Paul II. offiziell anerkannt und 2008 mit der Aprobation der Statuten als „Weg der christlichen Initiation“ kirchenrechtlich bestätigt. Die neokatechumenalen Gemeinschaften sind heute mit ca. 1,5 Mio. Mitgliedern in allen Ländern der Welt vertreten und unterhalten kapp 100 Priesterseminare. Nach München kam der Weg in den 1970er Jahren durch Vermittlung des damaligen Tübinger Professors Joseph Ratzinger, der den Münchner Pfarrern Paul Stich und Kurt Gartner diesen neuen Weg der Glaubensvertiefung empfahl. Heute gibt es im Großraum mehrere Gemeinschaften in den Pfarreien Christus Erlöser (Neuperlach), St. Margaret (Sendling), Maria Himmelfahrt (Allach) und St. Anna (Karlsfeld). Eine neokatechumenale Gemeinschaft besteht aus circa 30 Brüdern und Schwestern unterschiedlichen Alters und Standes, die regelmäßig Liturgie feiern, gemeinsam beten, biblische Themen vorbereiten und sich zu Gemein­schafts­tagen treffen. (sw)



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