Diakonweihe im Münchner Dom Marx: Pastoral stärker am Menschen ausrichten

05.10.2013

Kardinal Reinhard Marx hat am Samstag im Münchner Liebfrauendom acht Männer zu Ständigen Diakonen geweiht. In seiner Predigt rief Marx zu einer verstärkten Ausrichtung der Pastoral an den Menschen auf.

Kardinal Reinhard Marx (Bild: EOM)

München - Kardinal Reinhard Marx hat zu einer verstärkten Ausrichtung der Pastoral an den Menschen aufgerufen: „Wenn wir nur die Eucharistie sehen und nicht die Gegenwart Christi in den Menschen, in den Notleidenden, in den Suchenden, in den Menschen, die uns jeden Tag begegnen, haben wir Christus nicht gesehen“, so der Erzbischof von München und Freising. Bezug nehmend auf ein Zitat von Papst Johannes Paul II. betonte Kardinal Marx: „Der Weg der Kirche ist der Weg der konkreten Menschen.“ Es sei die Aufgabe der Kirche, „in das konkrete Leben der Menschen hineinzugehen, bis in die extremen Nöte, Fragen, Ängste, des Leibes und der Seele – aber nicht dort stehen zu bleiben, sondern die Menschen hineinzuführen in die Begegnung mit Christus.“

Kardinal Marx erzählte auch von der Wallfahrt mit Papst Franziskus nach Assisi, an der er am Vortag teilgenommen hatte: „Für ihn war es ein ganz wichtiger Punkt seines Pontifikates, dorthin zu gehen, wo er seinen Maßstab finden will, weil er den Namen Franziskus bewusst gewählt hat.“ Es sei zu spüren gewesen, „wie sehr dieser Papst uns hilft, immer wieder in die Mitte des Evangeliums zu schauen, so wie es Franz von Assisi in seiner Zeit getan hat und wie es unsere Aufgabe ist.“ Im Mittelpunkt stehe das „Heil des Menschen“: „Das Evangelium ist für die Menschen da. Die Sakramente sind für die Menschen da, damit sie in der Hoffnung gestärkt werden, damit ihr inneres Auge geöffnet wird für einen Gott, der liebt, der sie annimmt“, so der Kardinal. Die Wallfahrt mit Papst Franziskus sei ein „großes Geschenk dieser Tage und ein großes Geschenk für uns alle.“

Mit Blick auf die acht Männer, die zu Diakonen geweiht wurden, betonte der Erzbischof, der „Schlüssel der Pastoral Jesu“ sei es gewesen „zu sehen und zu lieben“. „Sehen bedeutet, mit allen Sinnen, mit allem Verstand auf die Wirklichkeit schauen, nicht uns ein Bild der Wirklichkeit machen, wie wir sie gerne hätten, sondern den Mut haben, in die Wahrheit hineinzuschauen. Dann fühlen Menschen, dass wir nicht über sie hinwegreden, sondern dass wir ihre Situation versuchen zu verstehen“, so Kardinal Marx: „Und dann das Zweite: lieben – damit deutlich wird, wir stehen nicht als erstes da und verurteilen.“ Mit ihrer Lebenserfahrung aus Familie und Beruf könnten die Diakone „der ganzen Kirche eine große Hilfe sein: Gerade sie helfen uns, das Sehen nicht zu verlernen und gleichzeitig die Haltung des Dienens und der Liebe einzubringen in die gesamte Lebenswirklichkeit des Menschen.“ (emf)


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