KU Eichstätt-Ingolstadt Marx wirbt bei deutschen Bischöfen für Katholische Uni

07.12.2016

Kardinal Marx ist Großkanzler der Uni Eichstätt-Ingolstadt. Warum Marx beim „Dies Academicus 2016“ Aufbruchsstimmung an der Hochschule verspürte, lesen Sie hier.

Kardinal Marx, Magnus Cancellarius der KU, bei seiner Festansprache anlässlich des "Dies Academicus". © Klenk/upd

Eichstätt/München – Nach mehreren gescheiterten Präsidentenwahlen in den vergangenen Jahren sieht Kardinal Reinhard Marx die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) wieder im Aufwind. „Sie sehen in mir einen zufriedenen Magnus Cancellarius, dessen Erwartungen aber noch nicht am Ende sind“, sagte der Erzbischof von München und Freising beim „Dies Academicus 2016“ an der Hochschule.

Dort sind mittlerweile rund 5.400 Studenten eingeschrieben, so viele wie nie zuvor. Mit dem neuen Kompetenzzentrum für Flucht und Migration will die KU inhaltliche Akzente setzen. Zuvor hatte bereits Papst Franziskus der Hochschule den Rücken gestärkt. Im November 2015 bezeichnete er sie bei einem Besuch der deutschen Bischöfe im Vatikan als „von großem Wert für ganz Deutschland“. Und nicht zuletzt wurde zum „Dies Academicus“ auch die neue Präsidentin der Uni, Gabriele Gien, offiziell in ihr Amt eingeführt. Wegen mehrerer gescheiterter Präsidentenwahlen in jüngster Vergangenheit war die KU in die Kritik geraten.

Mögliches Engagement der Bischofskonferenz

Nach der überwundenen Führungskrise ist laut Kardinal Marx nun „Aufbruchsstimmung spürbar“. Er bekannte sich zum finanziellen Engagement der bayerischen Bistümer, die die Hochschule bisher alleine tragen. Zuletzt hatten sie ihre jährliche Förderung der Universität auf 15 Millionen Euro aufgestockt. Kardinal Marx will sich darum bemühen, dass künftig auch die Deutsche Bischofskonferenz – deren Vorsitzender er ist – die Hochschule finanziell unterstützt. Dazu benötige er aber die Zustimmung aller deutschen Bischöfe.

In seinem Festvortrag zum „Dies Academicus“ benannte der Kardinal Perspektiven für eine zukünftige Ausrichtung einer katholischen Universität. So komme der Bildungsforschung eine zentrale Bedeutung zu. „Bildung heißt, Menschen befähigen, sich aus freier Verantwortung für das Gute zu entscheiden. Wir müssen den Menschen helfen, in komplexen Verhältnissen richtig zu entscheiden und gut zu leben.“

Professorin Gabriele Gien, Präsidentin der KU, wurde am "Dies Academicus" offiziell in ihr Amt eingeführt. © Klenk/upd

Beitrag der katholischen Aufklärung

Es sei zudem notwendig, dass die katholische Kirche an der Weiterentwicklung der Demokratie mitwirke. Religionsfreiheit und politische Freiheit sowie der liberale Rechtsstaat müssten immer wieder neu begründet werden. „Wie können wir eine Demokratie aufbauen, die wertegebunden ist und doch frei? Ich würde mir wünschen, dass die katholische Aufklärung dazu ihren Beitrag leistet.“ Welcher Ort, so der Kardinal, sollte besser geeignet sein, dies in Gang zu bringen, als eine katholische Universität?

Marx forderte zudem, das Themenfeld der Migration verstärkt wissenschaftlich aufzuarbeiten. „Hier muss noch ganz anders über Lebenswirklichkeiten in anderen Kulturen nachgedacht werden – aus katholischer Sicht mit der Perspektive: Was dient dem Menschen?“ Er sei „sehr froh“, dass dieses Thema an dem neuen Zentrum für Flucht und Migration der KU wissenschaftlich reflektiert und erforscht werde.

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) nannte die KU einen "Solitär" im Reigen der Universitäten und Hochschulen im Freistaat. Vor allem der interdisziplinäre Charakter der Einrichtung sei selten an anderen Standorten zu finden. (ksc/KNA/pm)

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) ist die einzige katholische Universität im deutschen Sprachraum. Hervorgegangen aus einem Priesterseminar und einer Lehrerbildungsstätte, erkannte der Vatikan sie 1980 als katholische Universität an. Der damalige Münchner Kardinal Joseph Ratzinger hatte daran maßgeblichen Anteil. Deshalb ist der emeritierte Papst Benedikt XVI. heute einer der Ehrendoktoren der KU.
Die KU zählt zu den kleineren Hochschulen in Deutschland. Zurzeit sind rund 5.400 Studenten eingeschrieben. Interdisziplinär angelegte Zentralinstitute für Lateinamerika-Studien, Familie und Gesellschaft, Mittel- und Osteuropastudien sowie ein Kompetenzzentrum für Flucht und Migration geben der KU inhaltliches Profil. Außerdem gilt die Universität als Pionierin in Sachen Nachhaltigkeit.
Träger der KU sind die sieben bayerischen Bistümer. An die Spitze des KU-Stiftungsrats rückte der Augsburger Weihbischof Anton Losinger. Nach mehreren gescheiterten Präsidentenwahlen steht nun offiziell die Sprach- und Literaturwissenschaftlerin Gabriele Gien (54) an der Spitze der Hochschule. Ihre Amtszeit erstreckt sich zunächst auf fünf Jahre (KNA).


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