Große Einheit mit 16.000 Katholiken Mega-Pfarrverband im Münchner Norden

05.01.2018

Es ist der erste Pfarrverband in München, der aus fünf Pfarreien besteht. St. Peter und Paul-Feldmoching, St. Agnes-Lerchenau, St. Christoph-Fasanerie, St. Johannes Evangelist und St. Matthäus- Hasenbergl/Süd gründen den neuen Pfarrverband „PACEM". In ihm werden rund 16.000 Katholiken leben.

Pfarrer Johannes Kurzydem wird den neuen Pfarrverband leiten.
Pfarrer Johannes Kurzydem wird den neuen Pfarrverband leiten. © SMB/Ertl

München – Es wird der erste Pfarrverband in München sein, der aus insgesamt fünf Pfarreien besteht. Und mit 16.000 Katholiken, fünf Pfarrkirchen, einer Nebenkirche, einer Altenheimkapelle, vier Pfarrkindergärten und insgesamt 90 Mitarbeitern wird er auch einer der größten sein. Zum 1. Januar schließen sich die bisher beiden eigenständigen Pfarrverbände Fasanerie-Feldmoching und St. Matthäus-St. Agnes zum neuen Pfarrverband „PACEM“ zusammen. Der Name leitete sich von den Anfangsbuchstaben der beteiligten Gemeinden im Münchner Norden ab: St. Peter und Paul-Feldmoching, St. Agnes-Lerchenau, St. Christoph-Fasanerie, St. Johannes Evangelist und St. Matthäus-Hasenbergl-Süd.

Ob es tatsächlich, wie es der neue Name verheißt, zukünftig tatsächlich friedvoll zwischen den neuen Partnern zugehen wird, hängt stark von Pfarrer Johannes Kurzydem (60) und seinem derzeit zehnköpfigen Seelsorgeteam ab. Doch Kurzydem, bislang Pfarrer des PVs Feldmoching-Fasanerie, ist zuversichtlich: „Man schlug mir vor, die zwei Pfarrverbände separat voneinander zu leiten, aber das wollte ich nicht, das kann aus meiner Sicht nicht funktionieren.“ So war er die treibende Kraft, die PV-Gründung noch vor den anstehenden Pfarrgemeinderats- und Kirchenverwaltungswahlen unter Dach und Fach zu bringen: „Wenn wir die Wahlen und die Konstituierung der einzelnen Gremien abwarten hätten müssen, wäre viel Zeit vergangen. Das musste jetzt passieren.“ So hielt Kurzydem in jeder Pfarrei eine Pfarrversammlung zum Thema ab, tagte mit den einzelnen Pfarrgemeinderäten und Kirchenverwaltungen, führte viele Einzelgespräche und leistete Überzeugungsarbeit. Ergebnis: Nach einem halben Jahr hatte Kurzydem alle Gremien hinter sich gebracht.

Gründungsgottesdienst

Am Samstag, 13. Januar, feiert Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg um 17.30 Uhr in St. Matthäus (Eduard- Spranger-Straße 48) den Gründungsgottesdienst.

Seit dem 1. Advent gibt es eine neue Gottesdienstordnung und fixe Zelebrationspläne: „Wir haben nichts gestrichen, nur hier und da ein wenig die Zeiten verändert, aber es ging gut“, sagt er. Jede Pfarrei hat zudem einen festen Seelsorger als Ansprechpartner erhalten. Jedes Mitglied aus dem Pastoralteam bekam zudem eine besondere Aufgabe im Pfarrverband zum Koordinieren übertragen, also etwa die Kommunion- oder Firmvorbereitung, die Krankenbesuche oder Beerdigungsdienste. Pfarrer Kurzydem selbst kommt es darauf an, Präsenz zu zeigen. Er ist am Wochenende stets in einer Pfarrei, innerhalb von drei Wochen in jeder vor Ort. Die Gemeinden sind von ihrer Bevölkerungsstruktur mehr als unterschiedlich: Von der heute 60-er Jahre Plattenbausiedlung mit überdurchschnittlichem Seniorenanteil und hohem Migrantenzuzug über Reihen- und Einfamilienhausgebieten, in die Akademiker- und junge Familien ziehen, bis hin zum ehemaligen Bauerndorf mit seinen alteingesessenen Vereinsleben – alles ist im Pfarrverband PACEM vertreten. Durch die gewaltigen Bauaktivitäten rechnet Kurzydem zudem mit einem Anwachsen der Katholikenzahl innerhalb weniger Jahre über die 20.000-Grenze.

Mehr Seelsorger als Manager

Er ist ein erfahrener Seelsorger, war auch Mitglied in Entscheidergruppen zu Pilotprojekten im Erzbistum, wie etwa die der Verwaltungsleiter, von denen er als einer der ersten Pfarrer einen anstellte. „Ich leite und verwalte schon auch gern“, gesteht er. So führt Kurzydem gewissenhaft die zahlreichen Personalgespräche, hört zu, motiviert, bestärkt und delegiert. Dennoch sei er schon mehr Seelsorger als Manager. Und so gelte selbstverständlich auch für ihn jenes Ziel, das er vor über einem Jahr gemeinsam mit dem Pastoralteam und den Pfarrgemeinderäten im Pastoralkonzept des PV Fasanerie-Feldmoching formuliert hat: „Wir wollen nicht einfach so dahinleben, sondern unser Leben und Handeln als Kirche aus Gottes ewiger Liebe heraus gestalten.“

Der Autor
Florian Ertl
Münchner Kirchenzeitung
f.ertl@st-michaelsbund.de


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