Malteser Momente Mehr Achtsamkeit für Menschen mit Demenz

12.09.2019

Helga Rohra ist dement. Trotzdem ist sie unermüdlich unterwegs, um für mehr Respekt gegenüber Demenz-Patienten zu werben. Anlässlich der ersten Bayerischen Demenzwoche war sie auch bei uns zu Gast.

Rund 240.000 Menschen in Bayern sind von Demenz betroffen. Tendenz steigend. Auch die Malteser haben für die Betroffenen Angebote entwickelt.

Die Diözesanreferentin für Demenzarbeit, Sabine Rube, erklärt in den Malteser Momenten das Konzept, das die Malteser als Grundlage und Richtschnur für ihre Demenz-Arbeit anwenden.

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Demenz geht uns alle an

Malteser Momente

v.l.: Helga Rohra, Sabine Rube © SMB/Hasel

Dass Demenz-Patienten mehr Aufmerksamkeit erhalten als früher, ist auch das Verdienst von Helga Rohra. Die Münchnerin ist vor gut zehn Jahren an der dritthäufigsten Demenz-Form, der Lewy-Body-Demenz, erkrankt. Sie lässt sich davon aber nicht unterkriegen und kämpft sich zurück ins Leben.

Bis heute ist die 66jährige in ganz Europa unterwegs, hält Vorträge und wirkt bei Projekten mit, die mit neuen Wohn- und Lebensformen für dementiell Erkrankte experimentieren. Zurzeit begleitet Rohra ein Care Farming Projekt in der Nähe von Luzern in der Schweiz. Dabei leben und arbeiten dementiell eingeschränkte Menschen auf einem Bauernhof auf Augenhöhe mit gesunden Menschen zusammen. Zuletzt war Rohra im Juni dort. Sie habe die Kälbchen, die Hühner und die Küche betreut, berichtet die Demenz-Aktivistin. „Wir arbeiten gerne, geben Sie uns nur die Chance“, fordert die Münchnerin selbstbewußt. Demenz-Patienten wollten einfach so normal wie möglich weiterleben. Und dafür wird Helga Rohra sich einsetzen, solange es geht. Einen Ruhestand hat sie jedenfalls nicht geplant, verrät sie in der Sendung.

Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de


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