Erhalten Mütter genug Anerkennung? Mehr Rente für ältere Mütter

26.06.2013

Die Leistungen von Müttern werden nicht ausreichend anerkannt! Die kfd fordert Generationgerechtigkeit bei der Rente. Denn insbesondere die Leistungen der älteren Frauen in der Familie werden zu wenig anerkannt.

Maria Theresia Opladen (65), Bundesvorsitzende kfd, (Bild: Münchner Kirchenzeitung)

Konkret möchten wir, dass drei Entgeltpunkte in der gesetzlichen Rente auch für Kinder, die vor 1992 geboren sind, angerechnet werden. Wir alle wissen, dass die heutigen Rentnerinnen überwiegend wegen der Kindererziehung und Versorgung der Familie lange Jahre auf Erwerbstätigkeit verzichtet haben. Deshalb beziehen sie im Durchschnitt nur gut die Hälfte der Renten, die Männer durchschnittlich bekommen. Insgesamt sinken zurzeit die durchschnittlichen Alterseinkommen von Männern und Frauen. Deshalb wird mit jedem neuen Rentnerjahrgang das Thema Altersarmut wieder größer werden. Frauen werden davon besonders betroffen sein.

Es liegt auf der Hand, dass Altersarmut von Frauen mit der Kindererziehung eng zusammenhängt: Frauen, die heute zwischen 50 und 65 Jahre alt sind, haben ihre Kinder in den 70er und 80er Jahren bekommen, als es im Westen so gut wie keine Kinderbetreuung außerhalb von Halbtagskindergärten gab. Sie haben bis 1987 nicht von einer Erziehungszeit profitieren können. Wenn sie nicht nach sechs Monaten wieder anfingen, war der Arbeitsplatz weg. Sie haben deshalb im Durchschnitt ihre Erwerbstätigkeit für fast zehn Jahre unterbrochen, wenn Sie Kinder hatten. Studien belegen, dass sie auch nach dem Wiedereinstieg nie wieder das Gehalt bekommen haben, das sie vor der Geburt ihrer Kinder bekamen. Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern ist bei den älteren Frauen besonders groß, weil gerade in Minijobs und Teilzeit die schlechtesten Löhne gezahlt werden. Auch das wirkt sich wiederum negativ auf Rentenanwartschaften aus.

Wir müssen deshalb zuerst die Leistungen der älteren Frauen in der Familie besser anerkennen und gleichzeitig an der Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die jüngeren Frauen und Männer weiterarbeiten. Sie müssen im Laufe ihres Lebens die Chance haben, für die Arbeit in der Familie ihre Erwerbstätigkeit zu unterbrechen oder zu reduzieren, ohne ihre eigene Erwerbsarbeitskarriere aufgeben zu müssen.

Maria Theresia Opladen (65) ist Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd)

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