Poinger Sternsinger im Kanzleramt Merkel: „Euer Segen soll uns Ansporn sein“

08.01.2018

Vier Sternsinger aus Poing waren zu Besuch beim traditionellen Sternsinger Empfang von Kanzlerin Angela Merkel. Was die jungen Könige dabei alles erlebt haben, lesen Sie hier.

Die Poinger Sternsinger mit Kanzlerin Merkel © Kindermissionswerk

Berlin - In diesem Jahr kann Angela Merkel den Segen der Sternsinger wahrscheinlich besonders gut gebrauchen. Nie gestaltete sich eine Regierungsbildung so schwierig, die Kanzlerin steht unter Druck wie selten. Da kam der Besuch der Weisen aus dem Morgenland am frühen Montagnachmittag sehr gelegen. Schon zum dreizehnten Mal empfing Angela Merkel jeweils vier Sternsinger aus allen 27 deutschen Diözesen. Die 108 Kinder und Jugendlichen brachten, getreu dem Motto „Segen bringen – Segen sein“, den traditionellen Segen „Christus mansionem benedicat“ ins Kanzleramt und sangen der Kanzlerin einige Lieder vor.

Große Aufregung

Aus dem Erzbistum München und Freising war heuer eine Abordnung der St. Michael Gemeinde aus Poing dabei, ein Bub und drei Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren und ihre Begleiterin Andrea Paul. Veronika Paul, Christina Schulz sowie Paula und Marius Germeier hatten bei der Aktion des Kindermissionswerks mitgemacht und wurden ausgelost. Zuvor mussten sie ein Rätsel lösen und das indische Wort für „Stern“ in einem Heft des Kindermissionswerks finden. Indien deshalb, weil die Spenden der Aktion in diesem Jahr vor allem dem Kampf gegen Kinderarbeit in dem Land zugutekommen sollen. Als die vier Poinger und Organisatorin Andrea Paul die Nachricht erhielten, dass sie nach Berlin fahren dürfen, war die Freunde groß. „Als der Anruf kam, konnte ich es erst nicht glauben“, erzählt Andrea Paul. Und ihre Tochter Veronika berichtet: „Ich habe erstmal das ganze Haus zusammengeschrien.“

Die Erwartungen erfüllten sich. Bevor die Sternsinger das Kanzleramt segneten, begrüßte die Kanzlerin die einzelnen Gruppen und ließ sich mit jeder Abordnung fotografieren. Dass die Poinger der Regierungschefin einmal so nahekommen würden, hätten sie wahrscheinlich nicht gedacht. Für Veronika Paul war dieser Moment etwas Außergewöhnliches: „Den Tag über hielt sich die Aufregung in Grenzen, erst als wir uns umgezogen haben, wurde ich nervös. Aber es war total schön.“

Vorbild für die Politik

Knapp eine Stunde dauerte der Empfang im Kanzleramt. In ihrer offiziellen Ansprache dankte die Kanzlerin den Sternsingern in ganz Deutschland und sagte, sie freue sich immer über königlichen Besuch. Außerdem nahm sie sich vor, den selbstlosen Einsatz der Sternsinger als Vorbild mit in die anstehende Regierungsbildung zu nehmen. „Euer Segen soll uns Ansporn sein.“ Eine große Ehre, auch für die Gruppe aus Poing. „Die Kanzlerin war sehr nett, hat jeden begrüßt und immer gelächelt“, berichtet Christina Paul. Für sie und die anderen Poinger war es ein rundum gelungener Tag. Nach dem Empfang gab es für sie noch die Gelegenheit, die Hauptstadt zu besichtigen.

Dementsprechend positiv fiel das Fazit von Organisatorin Andrea Paul aus: „Es war eine Reise wert und ich werde es immer in Erinnerung behalten.“ Und auch der mit 12 Jahren jüngste Mitfahrer aus Poing, Marius Germeier, war glücklich – und fasst den Tag prägnant zusammen: „Die Kanzlerin treffen, Hände schütteln: einfach cool!“ (Lukas Schöne)


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