Vatikan-Treffen Missbrauchsopfer: Auf Worte müssen Taten folgen

22.02.2019

Matthias Katsch von der Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“ fordert die Umsetzung der ‚Zero Tolerance‘.

Matthias Katsch ist Sprecher der Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“
Matthias Katsch ist Sprecher der Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“ © imago/Future Image

Berlin – Zur Verhinderung von Missbrauch in der Kirche fordert der Sprecher der Betroffeneninitiative „Eckiger Tisch“, Matthias Katsch, von den Bischöfen konkrete Maßnahmen. „Für uns ist die Umsetzung der ‚Zero Tolerance‘ entscheidend, von der auch Papst Franziskus spricht“, sagte Katsch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Vom 21. bis 24. Februar findet im Vatikan ein Kongress zum Thema Missbrauch statt. Katsch wird als Mitglied des internationalen Netzwerks „Ending Clergy Abuse“ („Missbrauch durch den Klerus beenden“) parallel zu dem Kongress mit rund 50 weiteren Betroffenen in Rom sein.

Hilfe für Betroffene

„Auf Worte müssen endlich Taten folgen“, forderte Katsch. Konkret heiße das, dass „ein Priester, der missbraucht, nicht länger Priester sein kann und ein Bischof, der den Missbrauch vertuscht, nicht länger Bischof“. Die Kirche müsse sich endlich ehrlich machen, verlangte Katsch, der selbst als Schüler des Berliner Canisius-Kollegs sexueller Gewalt ausgesetzt war. Die Kirche müsse Verantwortung übernehmen und daran mitwirken, den Betroffenen Hilfe zukommen zu lassen. Auch über Entschädigungen müsse gesprochen werden. Dazu brauche es einen globalen Ansatz, führte Katsch aus

Mahnwache und Demonstration

Das Netzwerk „Ending Clergy Abuse“ hatte im Januar einen Offenen Brief an Papst Franziskus geschrieben, in dem die Betroffenen bitten, bei dem Kongress selbst zu Wort zu kommen. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Kirche und Missbrauch

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