Kirche und Jugend Mit dem Flugzeug zum Weltjugendtag?

21.01.2019

München und Panama trennen über 9.000 Kilometer und ein Ozean. Um das Ziel des Weltjugendtages zu erreichen, muss das Flugzeug genutzt werden. Gleichzeitig ruft Papst Franziskus immer wieder dazu auf die Umwelt zu schützen. Lässt sich da überhaupt ein Elf-Stunden-Flug zu einem einwöchigen Event rechtfertigen?

Jugendliche aus der ganzen Welt tanzend beim Weltjugendtag in Krakau.
Jugendliche aus der ganzen Welt tanzend beim Weltjugendtag in Krakau. © imago/Independent Photo Agency Int.

Um es direkt zu sagen: Ja, ich finde es ist völlig in Ordnung für ein Event wie den Weltjugendtag in ein entferntes Land zu fliegen. Schon Tage vor der eigentlichen Veranstaltung finden die sogenannten "Tage der Begegnung" statt. Da wohnen die Jugendlichen in Gastfamilien und lernen so die Kultur des Landes aus erster Hand kennen. Toleranz und Offenheit werden so gefördert. Das allein ist schon Grund genug, warum sich diese Flugreise lohnt. Finde ich zumindest.

Teil einer Weltgemeinschaft

Beim Weltjugendtag selbst treffen sich dann Jugendliche aus der ganzen Welt, um gemeinsam ihren Glauben feiern. Ich selbst war bei drei Weltjugendtagen mit dabei: in Köln, Madrid und in Rio de Janeiro. Gerade das Treffen von Menschen aus anderen Ländern haben für mich die Tage so besonders gemacht: Zu sehen und zu erleben wie andere ihren Glauben leben. Nirgendwo sonst habe ich so sehr gespürt, Teil einer weltweiten Gemeinschaft zu sein. Ich bin auf einer Welle der Euphorie nach Hause getragen worden. Dieses Gefühl kann über Wochen, Monate...ja, sogar Jahre hinweg tragen.

Das Gefühl ist nachhaltig!

Die Erfahrungen der Weltjugendtage haben meinen persönlichen Glauben geprägt: Sie haben mir gezeigt, wie vielfältig unser Glaube ist und haben mich bestärkt! Und wenn heute der "Glaubensalltag" mit seinen manchmal langweiligen Sonntagsgottesdiensten in leeren Kirchen über mich hinein bricht, dann kann mich ein Ohrwurm von damals schnell wieder begeistern. Für einen Moment steh ich dann wieder zwischen tanzenden Spaniern und kreischenden Argentiniern in Köln, Madrid oder Rio. Deshalb halte ich es für absolut gerechtfertigt, sich 11 Stunden ins Flugzeug zu setzen, um zum Weltjugendtag zu fliegen. Denn auch wenn es das Transportmittel nicht ist, das Gefühl ist nachhaltig!

 

Die Autorin
Katharina Sichla
Teamleiterin mk online
k.sichla@st-michaelsbund.de

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Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Weltjugendtag

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