Magdalenen-Abend Mit der Auferstehungszeugin durchs Passionsdorf

27.07.2017

„Ich habe den Herrn gesehen“, verkündet Maria Magdalena bei den Oberammergauer Passionspielen. Auf einem Stationenweg haben sich Interessierte nun dieser Auferstehungszeugin genähert.

Auf einem Stationenweg konnten sich Interessierte der Auferstehungszeugin Maria Magdalena annähern.
Auf einem Stationenweg konnten sich Interessierte der Auferstehungszeugin Maria Magdalena annähern. © Preisenhammer

Oberammergau – „Deshalb ist es das Größte, die Magdalena zu spielen: Weil man am Ende nicht nur den Jüngern, sondern aller Welt verkünden kann: ‚Ich habe den Herrn gesehen‘“, schwärmt Helga Stuckenberger, die bei den Oberammergauer Passionsspielen (Dekanat Rottenbuch) bereits dreimal Maria Magdalena verkörpert hat. Auch an diesem Abend versteht sie es, mitzureißen. Denn es wird spürbar: Sie hat noch immer eine Leidenschaft für jene Auferstehungszeugin, deren liturgische Feier auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus vor rund einem Jahr in den Rang eines Festes erhoben wurde. Daher gestaltete die einstige Magdalenen-Darstellerin zusammen mit Angelika Winterer, der für die pastorale Begleitung der nächsten Passionsspiele zuständigen Pastoralreferentin, einen Magdalenen-Abend. Dabei hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, „sich von dieser bewegenden Frau äußerlich und innerlich bewegen zu lassen“, wie es in der Ausschreibung hieß.

Stationenweg durchs Dorf

Im Foyer des Passionstheaters setzten sie sich zunächst mit dem herkömmlichen Magdalenen-Bild auseinander, das es von seinem legendarischen Beiwerk zu befreien und auf seine biblischen Grundlagen zurückzuführen galt. Ein anschließender Stationenweg durch das Passionsdorf stellte den Teilnehmern dann vier Aspekte der biblischen Maria aus Magdala vor Augen – Maria Magdalena als Geheilte, als Weggefährtin Jesu, als Trauernde und als Auferstehungszeugin. Die Anwesenden erfuhren, wie diese Aspekte im Passionsspiel ausgedrückt werden, und waren eingeladen, sich anhand von Impulsfragen anzueignen, was ihnen Maria Magdalena heute sagen kann.

Bevor der Abend schließlich mit einer Agapefeier ausklang, segneten alle einander mit Salböl – in Anlehnung an die Salbungsabsicht, mit der Maria Magdalena am Ostermorgen zum Grab Jesu ging. Diese Geste war verbunden mit jener göttlichen Zusage, die im Oberammergauer Passionsspiel neuerdings auch der treuen Gefährtin Jesu in den Mund gelegt ist, wenn sie verkündet: „Er ist bei uns alle Tage bis an der Welt Ende.“ (aw)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Passions spiele

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