Rosenheimerin bei Friedensgedenken Mit der Queen im Gottesdienst

05.12.2018

Elfriede Pauli war mit den Royals in der Kirche. Die Rosenheimer Lehrerin bekam eine Einladung, weil sie sich mit dem Ende des Ersten Weltkrieges intensiv auseinander gesetzt hat.

Elfriede Pauli und David Savill haben an einem Film mitgewirkt, der ihnen eine Einladung in die Westminster Abbey eingebracht hat. © privat

Rosenheim/London - Zum königlichen Weltkriegs-Gedenken in London waren 300 Gäste geladen. Neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) wurde diese Ehre nur ganz wenigen Deutschen zuteil, darunter der Rosenheimerin Elfriede Pauli. „Es war bewegend“, fasst die Lehrerin an der Fachschule für Heilerziehungspflege in Altenhohenau ihre Eindrücke vom Gottesdienst in der Westminster Abbey zusammen.
Anlass war die Ausstellung „100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs – Frieden in Europa“, die noch bis Mittwoch, 19. Dezember, im Rosenheimer Bildungswerk (Pettenkoferstraße 5) zu sehen ist. Sie basiert auf dem Dokumentarfilm „Meeting in No Man’s Land“ („Treffen im Niemandsland“) – einem Gemeinschaftswerk von britischen und deutschen Nachfahren Kriegsbeteiligter. Zusammen mit dem Engländer David Savill war Pauli federführend an diesem Projekt beteiligt.

Hut-Pflicht für Damen

Vor einigen Wochen wurden die beiden wegen ihres Engagements zu der großen Gedenkfeier nach London eingeladen. Das war besonders für die Rosenheimerin eine außergewöhnliche Erfahrung, denn eine Zeremonie wie die in der Westminster Abbey hatte sie bisher noch nie erlebt. Jedem Gast wurde im Vorfeld eine genaue Kleiderordnung ausgehändigt. Ein Hut war für jede Dame Pflicht.
Die Feier in der Kirche nahm Pauli als „sehr traditionell und enorm strukturiert“ wahr. Besonders erstaunt hat sie das „Gottesdienst-Serviceheft“. „Da stand beispielsweise genau drin, wann man stehen oder sitzen muss“, erzählt sie. Jeder Gast wurde feierlich zu seinem Platz geleitet. Von ihrer Position im Querschiff aus hatte die Rosenheimerin einen guten Blick auf Queen Elizabeth und die Mitglieder der königlichen Familie, die bis auf Prinz Philip vollständig zur Gedenkfeier erschienen waren: „Auf mich wirkten sie alle sehr freundlich, feierlich und dem Volk zugewandt.“ Am ergreifendsten war für Pauli, als die Kirchengemeinde zum Schluss „God Save the Queen“ sang: „Die Stimmung war so unglaublich feierlich.“ (Karin Wunsam)


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