Gesundheitstipps Mit Hildegard von Bingen fit durch den Winter

31.01.2020

In der kalten Jahreszeit haben Grippe und Co. Hochsaison. Hildegard von Bingen weiß Rat, wenn sich Erkältungssymptome zeigen oder man beim Fasching feiern etwas über die Stränge geschlagen hat.

Hildegard von Bingen Gemälde
Hildegard von Bingen hilft auch heute noch mit ihren Naturheilwissen. © imago images / Jochen Tack

München – Hildegard von Bingen war Ordensfrau im 12. Jahrhundert. Schon als Kind hatte sie Visionen, die sie später, als Äbtissin ihres eigenen Klosters, niederschrieb. Neben theologischen Werken schrieb sie die erste deutsche Naturheilkunde, die Physica. „In der Natur sind starke Heilmittel verborgen, die niemand wissen kann, wenn sie einem nicht von Gott offenbart worden sind“, steht darin.

Goldenen Lebensregeln

Viele Ansätze der heutigen Medizin, beschrieb Hildegard von Bingen schon damals, weiß Margarete Samberger, Mitarbeiterin der Klösterl-Apotheke in München. „Der oberste Grundsatz war bei ihr das Maß in allen Dingen. Ein Grundsatz der für alle Lebensbereiche gilt.“ So zum Beispiel die Ernährung. „Deine Lebensmittel sollen deine Heilmittel sein“, steht bei Hildegard geschrieben.

Auch was wir heute als „Work-Life-Balance“ bezeichnen, gehörte für die Benediktinerin Hildegard zu den „Goldenen Lebensregeln“. „Im Kloster gab es Zeiten zum Beten, Zeiten zum Arbeiten, Zeiten zum Ausruhen, alles im richtigen Maß zueinander. Das hat sie als für den Menschen sehr heilsame Struktur erkannt und beschrieben“, sagt Samberger über die Ordensfrau. Dazu gehöre auch ausreichend Bewegung und genügend Schlaf im Rhythmus des Tages.

Gesund durch die kalte Jahreszeit

Gerade der Winter ist eine Herausforderung für unser Immunsystem. Um es zu stärken, eignet sich die gesunde Lebensweise, wie sie Hildegard von Bingen beschreibt. Margarete Samberger hat noch zusätzliche Tipps aus der Hildegardmedizin, die einen fit durch den Winter und die anstehende Faschingszeit bringen.

Edelkastanie

Die Maroni ist ein beliebter Snack im Winter. An vielen Ecken in den Innenstädten werden sie verkauft. Nach Hildegard von Bingen ist die Edelkastanie aber nicht nur lecker, sondern auch gesund. Je nach Verarbeitung hilft sie bei unterschiedlichen Beschwerden.

Ein Saunaaufguss aus abgekochten Edelkastanienblättern und Schalen entspannt Muskeln und Gelenke. Roh gegessen stärkt die Maroni das Herz, gekocht die Nerven und geröstet die Milz. Das Mehl der Edelkastanie mit Honig vermischt, dient der Leber und als Suppe gekocht, reinigt es den Magen.

Grippepulver

Wenn sich bereits eine Erkältung ankündigt und erste Symptome auftreten, hat Hildegard von Bingen das Grippepulver parat. Es besteht aus Pelargonie, Bertram und Muskatnuss. Wird man vom Schnupfen geplagt, soll am Pulver geschnuppert werden. So löst sich der Schnupfen leichter. Gegen Halsschmerzen, Heiserkeit und Atemnot hilft der Grippe-Glühwein. Dafür das Pulver mit warmen Wein mischen. Es kann aber auch pur oder auf Brot gegessen werden, wenn sich die Erkältung auf Herz, Magen oder Darm schlägt und Kopfschmerzen verursacht.

Galgant

Der Galgant ist ein scharf-aromatisches Ingwergewächs und ein Hildegard-Universalmittel, gerade für die Faschingszeit. In Tablettenform gelutscht oder in Wasser aufgelöst hilft es bei Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden nach dem Verzehr von zu vielen Krapfen oder bei Katersymptomen nach der Faschingsfeier.

Die Autorin
Valerie Tiefenbacher
Medienmanagerin/Social-Video-Managerin
v.tiefenbacher@st-michaelsbund.de


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