Festgottesdienst zu Patrona Bavariae Mit Maria die Welt verändern

13.05.2017

Über 10 000 Pilger haben am Samstagnachmittag auf dem Münchner Marienplatz die Gottesmutter Maria gefeiert. In seiner Predigt hat Kardinal Reinhard Marx die Christen an ihren Auftrag erinnert.

Über 10 000 Pilger sind auf dem Marienplatz nach München gekommen.
Über 10 000 Pilger sind auf dem Marienplatz nach München gekommen. © Kiderle

München – Jeden Samstag ist die Münchner Innenstadt voll: Shopping-Fans strömen mit ihren Einkaufstüten durch die Straßen, vor der Oper wird das Treiben beobachtet und in den Cafés wird der Cappuccino genossen. Zu dem wöchentlichen Trubel, haben sich heute über 10 000 Pilger gemischt und mit ihren blauen Schals das Stadtbild geprägt. Sie sind aus ganz Bayern gekommen, um den 100. Jahrestag der Einführung des Festtages der Patrona Bavariae, der Schutzfrau Bayerns, gemeinsam zu feiern. Vor dem Rathaus auf dem Marienplatz, mit Blick auf die in der Sonne leuchtenden Mariensäule, rief Kardinal Reinhard Marx Christen dazu auf, eine Botschaft der Hoffnung in die Welt zu tragen. Es sei ihr Auftrag, „in dieser Gesellschaft nicht die Miesmacher der Nation zu sein, nicht die resignativen Truppen der Vergangenheit, sondern die Vorboten der Zukunft Gottes“, sagte der Erzbischof von München und Freising.

Zeugen der Hoffnung

Christen müssten „Zeugen der Hoffnung, Zeugen der Zuversicht“ sein, dafür, „dass die Welt nicht bleiben muss, nicht bleiben kann, wie sie ist“, sagte Kardinal Marx. Gott könne „Hoffnungslosigkeit in Hoffnung, Erbärmlichkeit in Herrlichkeit“ verwandeln: „Wir sind Zeugen der Hoffnung für die größeren Möglichkeiten Gottes!“ Wichtig sei das „gerade in unserer Zeit, wo so viel Bedrängnis da ist!“, betonte der Erzbischof: „Vielleicht müssen wir gerade jetzt neu entdecken, was uns das Leben aufträgt, im 21. Jahrhundert, nach vorne gewandt.“

Für Kardinal Marx ist Maria ein Wegbegleiterin seit der Kindheit.
Für Kardinal Marx ist Maria ein Wegbegleiterin seit der Kindheit. © Kiderle

Dabei könne die Gottesmutter eine Hilfe sein: „Mit Maria sehen wir, erfahren wir, dass der Kern des christlichen Glaubens nicht zunächst eine Lehre ist, eine Moral, ein Gedankengebäude, sondern vor allem ein Fest, eine Begegnung, eine Verzauberung der Welt, eine Öffnung der Welt“, so Kardinal Marx. „Welch ein Glück, welch eine Freude, dass wir Maria haben, dass sie mit uns geht!“ Seit seiner Kindheit wird Kardinal Marx von Maria begleitet, erzählt er im Interview. So gab es in seiner Nachbarschaft ein Gnadenbild der schmerzhaften Mutter Gottes, zu dem er oft hingegangen sei – auch ohne Begleitung. Er habe gewusst, dass er nie allein sei, wenn er sich auf Maria verlasse. Davon ist er auch heute noch überzeugt.

Bayern soll christlich bleiben

An dem Festgottesdienst nahmen auch Ministerpräsident Horst Seehofer, Landtagspräsidentin Barbara Stamm sowie zahlreiche weitere Spitzenvertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft teil. Für Horst Seehofer gehören Maria und Bayern zusammen: Es zeige, dass wir ein christlich geprägtes Land sind, sagte er im Interview.

Aus allen sieben bayerischen Bistümer sind die Pilger gekommen.
Aus allen sieben bayerischen Bistümer sind die Pilger gekommen. © Kiderle

Weiter betont er, dass Bayern auch christlich bleibt, weshalb er auch die heutigen Feierlichkeiten zu „100 Jahre Patrona Bavariae“ begrüße.

Der Gottesdienst wurde mit der Marienweihe an der Mariensäule abgeschlossen, bei der Kardinal Marx die Gottesmutter neu um Schutz und Fürsprache für das Erzbistum München und Freising und ganz Bayern bat. Vor dem Gottesdienst waren die Gläubigen der sieben bayerischen Bistümer in einer Sternprozession von verschiedenen Plätzen der Münchner Innenstadt zum Marienplatz gezogen. Begleitet wurden die Gläubigen von zahlreichen Ministranten, Fahnenabordnungen, Vereinen und Verbänden sowie Musikkapellen. (pm/vb/kas)

Mit dem Festtag unter dem Leitwort „Mit Maria auf dem Weg – Mitten im Leben“ fand ein siebenjähriger Glaubens- und Gebetsweg seinen Höhepunkt und Abschluss. Anlass war der 100. Jahrestag der Einführung des Festtages der Patrona Bavariae, der Schutzfrau Bayerns, der 1917 zum ersten Mal in allen bayerischen Bistümern begangen wurde. In den vergangenen sechs Jahren kamen die bayerischen Gläubigen jeweils in einem anderen bayerischen Bistum zusammen, um die Gottesmutter Maria um ihren Schutz und ihre Fürsprache zu bitten. (pm)

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Dieser Artikel gehört zum Thema 100 Jahre Patrona Bavariae

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