Schneechaos in Südbayern Mit Nächstenliebe gegen den Schnee

14.01.2019

Katastrophenalarm, Todesfälle – der massive Wintereinbruch hat zu vielen schlechten und zum Teil auch traurigen Nachrichten geführt. Tanja Bergold vom Münchner Kirchenradio sieht aber auch Positives.

Der Friedensengel in München im Schnee.
Der Friedensengel in München im Schnee. © imago/Stefan M Prager

Meterhohe Schneemassen, eingeschneite Ortschaften, Katastrophenalarm und Todesfälle – und es hört einfach nicht auf mit der weißen (Un)Pracht. Zwar haben die Menschen in den Bergen und im Voralpenland durchaus Erfahrung mit dem Winter – aber was sich in den letzten Wochen abgespielt hat und noch abspielt, ist durchaus extrem.

Klar: Staat, Gemeinden und Vereine helfen, schicken Gebirgsjäger, (freiwillige) Feuerwehrleute, ehrenamtliche Helfer. Sie alle räumen bis zur Erschöpfung Dächer und Straßen frei und bringen eingeschlossenen Menschen Lebensmittel und Hilfe. Auch die Caritas versucht mit allen Mitteln, ambulante Pflegedienste aufrechtzuerhalten und Patienten, weiterhin zu versorgen. Und dann noch die Menschen von der Bergwacht – die zum Teil viel riskieren, um verschüttete Wintersportler zu retten oder zumindest zu bergen.

Ein Herzliches Vergelt´s Gott.

Ich war und bin beeindruckt, was sich in meiner Heimatgemeinde südlich von München abgespielt hat. Nachbarn haben sich gegenseitig mit Schneeschaufeln ausgeholfen, Einfahrten freigeräumt, Dächer vom Schnee befreit. Es hat eine Stunde gedauert, bei der älteren Dame, die um die Ecke wohnt, einen Weg zur Tür zu graben, damit sie wenigstens zu Fuß das Haus verlassen kann. Und wie groß war die Freude, wenn jemand spontan mit einer Thermoskanne Tee vorbeikam, weil man schon seit Stunden in der Kälte stand und fror. Diese kleinen Gesten taten und tun unglaublich gut. Und übrigens: erstaunlich, wen man alles in der Nachbarschaft trifft, Menschen, die man irgendwie noch nie wahrgenommen hat. Denn in den letzten Tagen waren ALLE draußen und man hatte sofort ein Thema: den Schnee!

Ja – im Notfall ist die Hilfsbereitschaft groß. Gottseidank. Die kleinen und großen Momente und Erlebnisse haben mich berührt und gefreut. Es wäre schön, wenn ein wenig davon den Winter überdauern und nicht zusammen mit dem Schnee dahinschmelzen würde. Denn nicht nur in der akuten Notlage ist Hilfe gefragt. Christliche Nächstenliebe heißt: Sich um den Nächsten kümmern!

Ich nehme mir etwas von dieser Nächstenliebe mit, will sie bewahren: – dann hat der extreme Schneefall in den letzten Tagen auch was Gutes! (Tanja Bergold, Leiterin Programmentwicklung Radio)


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