Hand – oder Mundkommunion? Mit Respekt dem Größten entgegentreten

03.04.2018

Jesus Christus ist bei der Eucharistie real gegenwärtig in Brot und Wein. Das ist nur schwer zu begreifen. Um dieser Tatsache Respekt zu zollen, spricht sich Tina Mercep vom Mediennetzwerk „Initiative Pontifex“ für die Mundkommunion aus.

Jesus Christus selbst ist real gegenwärtig in Brot und Wein.
Jesus Christus selbst ist real gegenwärtig in Brot und Wein. © AdobeStock/Sebastian Duda

Nur ein paar Tage ist es her, das haben wir am Karfreitag dem Leiden und Sterben Christi gedacht. Um Punkt 15 Uhr begann in einem Benediktinerkloster, das ich besuchte die Liturgie und zehn Mönche betraten die kahle, dunkle Kirche und warfen sich vor Christus am Altar nieder. Die Mönche haben mit dem Niederlegen auf den kalten Stein, mit dem freien Akt der Unterwerfung, ihrer geistigen Haltung der Demut und Anbetung vor Christus einen sichtbaren Ausdruck verliehen. Das ist selbst für Menschen, die mit dem Glauben nichts anzufangen wissen, ein tiefgehendes und in Erinnerung bleibendes Bild, das Zeugnis sein kann.

Schon Papst Johannes XXIII. sagte: „Der Mensch ist nie größer, als wenn er vor Gott kniet“. Das Knien vor dem Allerheiligsten Sakrament gehört zu den Grundvollzügen christlichen Glaubens. Der Heilige Johannes Paul II. hat es sich niemals genehmigt, während der Anbetung vor dem Allerheiligsten Sakrament zu sitzen. Man fand ihn stets auf den Knien, in Liebe zu Christus das Unbequeme erduldend. Er hat das, was er im Inneren trägt so auch äußerlich kundgetan.

Grundordnung des Römischen Messbuches

„Wenn die Kommunion nur unter der Gestalt des Brotes ausgeteilt wird, zeigt der Priester jedem Einzelnen die etwas erhobene Hostie, wobei er spricht: "Der Leib Christi" (Corpus Christi). Derjenige, der kommunizieren will, antwortet: "Amen" und empfängt das Sakrament gemäß seiner Wahl in den Mund oder, wo dies erlaubt ist, in die Hand. Sobald der Kommunizierende die heilige Hostie empfangen hat, verzehrt er sie vollständig.“ (Grundordnung des Römischen Messbuches, Nr. 161)

Tina Mercep ist Mitglied der "Initiative Pontifex"
Tina Mercep ist Mitglied der "Initiative Pontifex" © privat

Der Mensch bedarf der Zeichen und in allen Bereichen des Lebens versuchen wir dem Geschehen Ausdruck zu verleihen. Stellen wir uns beispielsweise ein verliebtes Paar vor: Was wäre das für eine Art von Liebe, ganz ohne eine Umarmung, ohne ein Lächeln, eine Aufmerksamkeit des Anderen? Völlig selbstverständlich ist es, dass man seine Liebe auch äußerlich präsent machen will. Gar nicht anders verhält es sich mit unserem Glauben, mit der Liebe zu Gott.

Liebe Gottes wird in Sakramenten erfahrbar

Glaube ist nicht nur in der inneren Haltung, im Gebet, in der unsichtbaren und nur für einen selbst erfahrbaren Zweisamkeit mit Gott zu leben, sondern muss auch sichtbar nach außen werden. Die Liebe, die uns Gott selbst schenkt, wird in den Sakramenten als offenbares Zeichen ganz konkret erfahrbar. In der Eucharistie liefert sich Gott aus und schenkt sich uns ganz. Wir, die Empfänger dieser Liebe, bleiben immer etwas schuldig. Wir können die Größe Gottes nie erfassen, wollen jedoch dem Geschehnis in Demut, Ehrfurcht und Dankbarkeit begegnen. Es wird zu einem inneren Verlangen, ein Zeichen zu setzen. Dies ist durch das Niederknien und den Empfang der Kommunion auf der Zunge am eindrücklichsten erfahrbar.

Respekt durch Mundkommunion verdeutlichen

Auf diese Weise wird die Größe des Geheimnisses deutlicher in den Vordergrund gerückt und der Versuch unterstützt, das größte Geheimnis des katholischen Glaubens zu begreifen: Jesus Christus selbst ist real gegenwärtig in Brot und Wein. Auch wenn dies mit unserem Verstand schwer zu erfassen ist, so ist es doch wahr und wir sollten versuchen, Respekt vor der inkarnierten Wirklichkeit aufzubringen. Wie kann dieser Respekt besser gezollt werden, als durch einen demütigen und ehrfürchtigen Kommunionempfang, der in der Mundkommunion einen vornehmlichen Ausdruck findet. (Tina Mercep aus München ist Mitglied des Netzwerks „Initiative Pontifex“)

Was ist die „Initiative Pontifex"?

Die „Initiative Pontifex" ist ein Mediennetzwerk von jungen Katholiken, die ihr Leben am christlichen Glauben in seiner ganzen Bandbreite ausrichten wollen. Der Name Pontifex leitet sich von der Aufgabe und dem Titel des Papstes als "Brückenbauer" ab. Die Mitglieder von Pontifex wollen Brücken zwischen der katholischen Kirche und den Medien bauen. Sie stellen sich den oftmals missverstandenen Überzeugungen katholischen Glaubens, übersetzen dessen Ideale in die Sprache der heutigen Zeit und scheuen eine kritische Auseinandersetzung nicht.Pontifex versteht sich als Sprachrohr all jener jungen Katholiken, die eine positive, unterstützende Haltung gegenüber dem Papst und der Kirche haben. Auf der Suche nach dem Guten, Schönen und Großen verweigern sie sich nicht der bewährten Autorität des Papstes und dem überlieferten Glauben der katholischen Kirche, sondern sehen gerade dort ihre erste Quelle für aktuelle Antworten auf Sinnfragen. (Quelle: initiative-pontifex.de)


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