Fachkräftemangel Mitarbeiter sind überzeugt von Sozialverbänden

12.09.2019

Es wird für Caritas und Co. immer schwerer, geeignetes Personal zu finden. Dabei arbeiten Fachkräfte sehr gerne bei den Sozialverbänden und berichten von vielen Vorteilen, die sie dort genießen.

Der Fachkräftemangel trifft den sozialen Sektor hart. Das gilt vor allem für die Bereiche Pflege und Erziehung. Wer sich allerdings bei Mitarbeitern der Caritas oder des Katholischen Jugendsozialwerks umhört, merkt schnell, wie gerne sie für die Verbände arbeiten. Sie bestätigen die Dinge, mit denen die Verantwortlichen für neue Arbeitskräfte werben: ein familienfreundliches Umfeld, menschlicher Umgang im Sinne der christlichen Werte und moderne Arbeitsbedingungen.

Viele Aufgabenfelder

Für Ulrike Bienemann vom Caritaszentrum in Fürstenfeldbruck kommt noch etwas Anderes dazu: Man habe eine große Auswahl bei den Aufgabenfeldern. Zurzeit arbeitet sie als Ehrenamtskoordinatorin im Bereich Flucht und Asyl. Vorher war sie unter anderem schon in der Altenpflege, in der Gemeindecaritas und in der Begleitung von trauernden Eltern tätig.

Seit 30 Jahren arbeitet Ulrike Bienemann für die Caritas. „Der Verband ist sehr stark gewachsen. Da merkt man schon, dass man nicht mehr zu jedem eine persönliche Beziehung haben kann.“ Es werde aber sehr darauf geachtet, dass ein Miteinander dennoch gelebt werden kann. Doch wenn Ulrike Bienemann – und auch viele andere Kollegen – so gerne bei der Caritas arbeiten, warum ist es dann so schwer Personal zu finden?

Fehlende Anerkennung

Benjamin Strasser von der Verbandsentwicklung der Caritas in München sieht da mehrere Gründe. Zum einen würden immer mehr junge Menschen lieber studieren als eine Ausbildung zu machen. „Zum anderen fehlt einigen Berufen die gesellschaftliche Anerkennung, gerade in der Pflege.“ Viele würden zwar die Wichtigkeit dieser Jobs sehen, aber wollten sie selbst nicht machen, so Strasser. Unter anderem daran müsse die Caritas arbeiten: zeigen, wie attraktiv Berufe im sozialen Bereich sein können.

Dass das wirklich so ist, bestätigt Sven Wengefeld, der neue pädagogische Leiter des Jugendwohn- und Gästehaus München Süd vom Katholischen Jugendsozialwerk. Nachdem er viele berufliche Erfahrungen in Hotellerie und Erziehung, auch im Ausland, gesammelt hat, ist er nun bei einem katholischen Träger gelandet. „Was natürlich auch wichtig ist: Die Bezahlung ist vergleichsweise gut. Aber auch die angenehme Atmosphäre und das konstruktive Miteinander mit den Kollegen gefällt mir.“

§§11 Das Münchner Kirchenradio (MKR) stellt in der Sendung „Total Sozial“ jede Woche einen der vielen sozialen Verbände im Erzbistum München und Freising vor. Sie helfen mit die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern: Integration, Pflege, Inklusion, Jugendhilfe und viele mehr.

Der Autor
Lukas Schöne
Radio-Redaktion
l.schoene@st-michaelsbund.de


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