Ein Krankenwagen für Syrien Mitstreiter für ehrgeiziges Projekt gesucht

11.10.2018

Anpacken für Hilfe im Bürgerkrieg – der Diözesanverband der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) sucht Männer, die gemeinsam einen Krankenwagen für ein syrisches Krankenhaus wiederherrichten wollen.

Der ausgemusterte Krankentransportwagen der Johanniter.
Der ausgemusterte Krankentransportwagen der Johanniter. © SMB/Fleischmann

Kirchseeon – Bis auf ein paar Roststellen ist der alte Krankentransporter bestens in Schuss. 260.000 Kilometer ist das Fahrzeug bereits gelaufen und seit 2011 für die Johanniter im Einsatz. Der Wagen ist also noch voll funktionsfähig, entspricht aber nicht mehr den strengen deutschen Reglementierungen. Schrottreif ist das Fahrzeug aber noch lange nicht und so hatte die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) ein ehrgeiziges Projekt ins Leben gerufen.

„Wir wollen diesen Wagen wiederherrichten und in ein Krankenhaus nach Homs bringen“, sagt KAB-Diözesansekretär Heinz Neff, „Für uns ist das ein modernes Männerprojekt, mit dem wir einen ganz neuen Ansatz verfolgen.“ Männerseelsorge durch gemeinsames Werkeln für den guten Zweck – so ungefähr könnte man die Idee zusammenfassen.

Heinz Neff inspiziert den Innenraum des Wagens.
Heinz Neff inspiziert den Innenraum des Wagens. © SMB/Fleischmann

Zusammenarbeit der Organisationen

Kooperationspartner sind die Johanniter, die den Wagen zur Verfügung stellten, und das Berufsbildungswerk Kirchseeon. Dort steht der Wagen auch aktuell. In den Werkstätten der Einrichtung sollen zukünftig rostige Stellen ausgetauscht und der Innenraum des Wagens umgebaut werden. „In Deutschland sind die eigentlichen Notfallwägen immer größer als die Krankentransportwägen“, sagt Gerhard Bieber von den Johannitern, „doch das heißt nicht, dass man einen Krankentransportwagen nicht für einen anderen Zweck umbauen könnte. Wir finden die Idee super und freuen uns, dass unser Wagen zukünftig in Syrien Leben retten wird.“

Heinz Neff bei einer Testfahrt mit dem Wagen.
Heinz Neff bei einer Testfahrt mit dem Wagen. © SMB/Fleischmann

KAB sucht Freiwillige

Die KAB sucht für das Projekt noch Mitstreiter. „Bisher haben wir schon sieben Anmeldungen, doch das dürfen durchaus noch mehr werden“, sagt Hein Neff, „Man muss auch kein Techniker oder Handwerker sein. Bei uns kann jeder mitmachen und je nachdem wie das alles funktioniert, wollen wir danach weitere Projekte in Angriff nehmen.“

Wenn der Umbau abgeschlossen ist, wird der Wagen nach Italien gefahren und kommt von dort über eine Fähre nach Zypern. Von dort aus geht es wiederum mit der Fähre weiter in den Libanon. Los geht’s am 25.10. im Berufsbildungswerk in Kirchseeon.

Die KAB ist außerdem noch auf der Suche nach Spenden zur Finanzierung des Transports nach Homs. Weitere Informationen finden Sie auf hier.

Der Autor
Lukas Fleischman
Radio-Redaktion
l.fleischmann@st-michaelsbund.de


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