Met-Gala in New York Mode mit christlicher Kunst im Metropolitan Museum of Art

08.05.2018

Zur Ausstellungseröffnung fand in New York die jährliche Mode- und Spendengala statt. Stars wie Rihanna, Katy Perry oder Madonna waren dabei. Ihre Outfits orientierten sich an dem Motto der kommenden Ausstellung „Himmlische Körper“. Pfarrer Stephan Fischbacher war von ihrer Auswahl nicht überzeugt.

Rihanna mit Mitra auf der Met-Gala.
Rihanna mit Mitra auf der Met-Gala. © imago

Rom/New York – Was Designerroben - etwa von Valentino, Dolce&Gabbana oder Coco Chanel - mit Papstroben und christlicher Kunst gemeinsam haben, ist ab Mai Thema einer Ausstellung im Metropolitan Museum of Art (Met) in New York. Sie steht unter dem Titel "Heavenly Bodies: Fashion and the Catholic Imagination" (Himmlische Körper: Mode und katholische Vorstellungskraft). Anlässlich der Eröffnung der jährlichen Modeausstellung fand dazu in New York eine Mode – und Spendengala statt. Zur Met-Gala kamen Sängerinnen wie Rihanna, Madonna, Katy Perry oder Model Gigi Hadid. Ihre Outfits wählten sie passend zum Motto der Ausstellung.

Abgrundtief hässlich

So trug Rihanna ein perlenbesticktes Mini-Kleid und eine Mitra, sie erinnerte an eine Art weiblicher Papst. Das Kleid von Sängerin Lana Del Ray orientierte sich an der Darstellung Marias in der Kunst: So steckten scheinbar sieben Schwerter in ihrer Brust. Pfarrer Stephan Fischbacher (Pfarrverband Waakirchen) hat sich die Bilder der Gala angeschaut und findet die meisten Outfits „abgrundtief hässlich“, sagte er gegenüber mk online. Es sei „abstoßend“ und das Kleid von Lana Del Ray „schlechter Karneval“. Dass sich die Kleider zum Teil an religiösen Kleidungsstücken orientieren und verfremdet wurden, verletze ihn nicht, aber „es widert mich an“. Versöhnlicher wird er bei dem Kleid von Ariana Grande, auf deren Robe ist ein Gemälde aus der Sixtinischen Kapelle zu sehen. Das finde er „witziger und einfallsreicher“ als ein Engels-Kostüm. Als himmlischer Bote mit übergroßen Flügel hatte Katy Perry ihren Auftritt.

Pfarrer Stephan Fischbacher
Pfarrer Stephan Fischbacher © privat

Brücke zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen

Die Ausstellung "Heavenly Bodies: Fashion and the Catholic Imagination" findet an mehreren Ausstellungsorten statt. Vom 10. Mai bis zum 8. Oktober ist sie im "Anna Wintour Costume Center", "The Met's Medieval and Byzantine galleries" sowie den "The Met Cloisters" zu sehen. Die Besucher sehen sowohl Designerstücke als auch geistliche Kleidung und Accessoirs. "Viele der Exponate waren nie zuvor außerhalb der Vatikanischen Museen zu besichtigen", heißt es dazu auf der Internetseite des Met.

"Die katholische Vorstellungskraft hat die Kreativität vieler Designer geprägt, jenseits von ihrer Zugehörigkeit zu irgendeiner Religion oder Theologie", zitiert die italienischen Tageszeitung "Messaggero" Kurator Andrew Bolton. Schönheit sei oft eine Brücke zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen, aber um Blasphemie-Vorwürfe zu vermeiden würden die Kleidungsstücke aus dem Vatikan getrennt von den Designerroben gezeigt. Die Idee einer Ausstellung über die "Verbindung zwischen Heiligem und Profanem" habe er schon lange gehabt. Die Vorbereitung der Schau betrug seinen Angaben nach zwei Jahre. (kna/kas)


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