Nationalsozialismus München erhält Mahnmal in Erinnerung an die Bücherverbrennung

25.02.2021

"Die schwarze Liste" so lautet der Titel des Kunstwerks. Das kreisförmige Denkmal zeigt 359 aneinandergereihte Buchtitel von Autorinnen und Autoren, die vom NS-Regime geächtet wurden. Ein Termin für die Eröffnung des Mahnmals steht beriets fest.

Königsplatz in München
Am Königsplatz in München soll das Mahnmal "Die Schwarze Liste" im Mai 2021 eröffnet werden. © IMAGO / Action Pictures

München – In München soll am 6. Mai ein Mahnmal unter dem Titel "Die Schwarze Liste" eröffnet werden. Das an die ersten, von den Nationalsozialisten in der Stadt angeordneten Bücherverbrennungen erinnernde Werk stammt von dem US-amerikanischen Künstler Arnold Dreyblatt, wie die Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München, Mirjam Zadoff, am Mittwoch in einer digitalen Pressekonferenz bekanntgab. Der Stadtrat hatte dafür 2016 einen Kunstwettbewerb ausgelobt.

Buchtitel werden zum Mahnmal

Seinen Platz wird das Mahnmal am mutmaßlichen Ort der NS-Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 finden, wie es heißt. Auf der zentralen Kiesfläche vor den Staatlichen Antikensammlungen am Königsplatz werde eine begehbare Scheibe aus glasfaserverstärktem Kunststoff in den Boden eingelassen. Sie habe einen Durchmesser von knapp acht Metern und trage einen Spirale aus 9.600 Buchstaben: 359 aneinandergereihte Buchtitel von 310 Autorinnen und Autoren, die vom NS-Regime und seinen Anhängern geächtet und verfemt worden seien.

Eröffnung mit Charlotte Knobloch

Die Titel sowie der Name des Kunstwerks basierten laut Mitteilung auf der historischen "Schwarzen Liste" des Berliner Bibliothekars Wolfgang Herrmann, die im Mai 1933 mehrfach veröffentlicht worden und grundlegend für die Auswahl der damals verbrannten Werke gewesen sei. Zur Eröffnung hat sich laut Zadoff bereits Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), Kulturreferent Anton Biebl und die Präsidentin der Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, angekündigt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sei angefragt. (kna)


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