Zentrum für Kinderschutz Münchner Erzbistum setzt Engagement trotz Umzug fort

11.12.2013

Das Kinderschutzzentrum in München wird im kommenden Jahr nach Rom verlegt. Dort wird die Einrichtung in die geplante Kommission für Kinderschutz im Vatikan integriert. Das Erzbistum München und Freising bleibt auch nach dem Umzug Mitträger des Instituts. Man sei sehr dankbar, dass die Erzdiözese ihr Engagement fortsetzt, sagt der Koordinator der Einrichtung, Pater Hans Zollner.

Das Erzbistum München und Freising setzt sein Engagement in der kirchlichen Missbrauchsprävention fort (Bild: imago/Roland Mühlanger)

München/Rom – Das Zentrum für Kinderschutz in Rom wird Ende 2014 nach Rom umziehen. Der Zeitpunkt biete sich an, weil dann auch die Projektphase des Instituts beendet sein wird, sagte der Koordinator der Einrichtung, Pater Hans Zollner, dem Münchner Kirchenradio. Außerdem seien die Kosten für die Unterhaltung des „Centre for Child Protection“ in Rom deutlich günstiger. Man erwarte sich auch einen größeren Einfluss auf die Arbeit der Kirche in der Missbrauchsprävention. Viele Bischöfe und Ordensobere hielten sich in der Stadt auf. „Wir hoffen, dass wird dort auch mehr und mehr Schulungsmaßnahmen für diese wichtigen Personen in der Weltkirche durchführen können“, so der Vizerektor der Päpstlichen Universität Gregoriana.

Zollner lobte das Erzbistum München und Freising für seinen bisherigen Einsatz. Kardinal Reinhard Marx und die Bistumsleitung hätten das Projekt sowohl inhaltlich als auch finanziell von Anfang an großzügig unterstützt. Mitarbeiter hätten sich zur Verfügung gestellt, um sich schulen zu lassen. Auf diese Weise konnten die E Learning Programme auf ihre Praxistauglichkeit getestet werden. Man sei sehr dankbar und froh, dass die Erzdiözese auch nach dem Umzug als Partner erhalten bleibt. Damit übernehme das Münchner Bistum weltweite Verantwortung, auch mit Blick auf Länder, wo es weniger Aufmerksamkeit für die Missbrauchsproblematik gibt. Gerade dort könne das Engagement der Münchner Ortskirche große Frucht tragen, betont der Jesuit. In München selbst werde man auch weiterhin mit Schulungsmaßnahmen präsent sein, die der ganzen Weltkirche zugute kommen.

Das Zentrum für Kinderschutz ist eine gemeinsame Einrichtung des Erzbistums München und Freising und der päpstlichen Universität Gregoriana. In ihr entwickeln Kinderpsychologen eine mehrsprachige Online-Schulung zum Umgang mit Missbrauch in der Seelsorge. Früherkennung und Vorbeugung von Kindesmissbrauch spielen dabei eine wichtige Rolle. Das E-Learning-Programm soll ab Ende 2014 von Kirchenmitarbeitern in aller Welt nutzbar sein. (ph)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Kirche und Missbrauch

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