Vandalismus Münchner Kirchen mit Hassbotschaften besprüht

09.12.2019

In Sendling, Milbertshofen und Neuhausen wurden Kirchen mit Hassparolen beschmiert. Pfarrer Bruno Piechowski findet das feige und hat eine Idee.

Der Schriftzug "Jesus lebt" ist unter den Schmierereien auch noch zu lesen.
Der Schriftzug "Jesus lebt" ist unter den Schmierereien auch noch zu lesen. © SMB/Stöppler

München – Bestürzt und überrascht und inzwischen auch sauer ist Pater Bruno Piechowski (OCD) aus Sankt Theresia in Neuhausen. In der Nacht vom 5.12.2019 auf den 6.12.2019 haben Unbekannte die Pforten des Klosters und der Kapelle beschmiert. Sankt Theresia ist nicht die einzig betroffene Kirche in München. Auch Sankt-Korbinian in Untersendling sowie Sankt-Georg-und Sankt Lantpert in Milbertshofen wurden Opfer von Schmierereien.

Piechowski ist schon länger in der Pfarrei. Seit 2014 ist er dort Pfarradministrator und auch seine Zeit als Kaplan hat er in der Kirche des Karmelitenklosters verbracht. Und in der ganzen Zeit ist so etwas niemals vorgekommen. Die einzige Schmiererei war ein „Jesus Lebt!“ auf das Tor zur Kapelle. Das hat er damals stehen lassen. Denn: „Wir fanden das damals gar nicht schlecht.“ Jetzt wird es halb überdeckt von dem neuen Schriftzug: „Ich sah die Welt und ich sah, dass sie schlecht war. Deshalb zerstöre ich sie.“

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Schmierereien an der Kirche Sankt Theresia in München-Neuhausen.
Schmierereien an der Kirche Sankt Theresia in München-Neuhausen. © SMB/Stöppler

Einige Gemeindemitglieder haben Angst

Am Freitagmorgen entdeckte zunächst der Sekretär der Pfarrei die Schmierereien und dann auch bald die Gläubigen, die zur Acht-Uhr-Messe kamen. Um neun Uhr rief der Pater die Polizei, die Ermittlungen gegen Unbekannt aufnahmen. Aber Pfarradministrator Piechowski hat wenig Hoffnung, dass die Täter gefasst werden. Denn die Landshuter Allee ist nachts kaum belebt. Einige Gemeindemitgleider hätten aber durchaus auch etwas Angst, denn etwa bei Sankt Lantpert sind die Parolen noch deutlicher: „Die Kirchen niederbrennen“ wurde dort an die Wand geschmiert.

Entfernung der Schriftzüge schwierig

Angst hat Piechowski nicht, aber ein mulmiges Gefühl und auch Wut im Bauch: „Ich finde das feige! Wenn man mit etwas nicht einverstanden ist, dann soll man darüber reden und nicht Eigentum beschädigen“, erklärt er. Besonders ärgerlich ist für ihn, dass es auf die Kupfertüren geschrieben wurde. Denn auf dem Kupfer verschmiert die Farbe beim Putzen und löst sich nicht ab. Falls es jetzt nicht klappe, die Farbe zu entfernen, sagt Pater Piechowski, der dann trotz des Ärgers schmunzeln muss, „dann werden wir eben eigene Sprüche an die Türen schreiben. Wie zum Beispiel einen Satz unserer Schutzpatronin Teresa von Ávila: ‚Lasse dich nicht ängstigen, nichts dich erschrecken. Alles geht vorüber.‘“

Update: Inzwischen wurden auch noch an zwei weiteren Kirchen in München Schmiererein gemeldet: Sowohl die Pfarrkirche Heilige Familie als auch Maria vom guten Rat sind betroffen. Die Polizei bittet Zeugen sich zu beim Kommissariat 43 telefonisch unter 089/2910-0 zu melden.

Der Autor
Thomas Stöppler
Volontär
t.stoeppler@st-michaelsbund.de


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