Künstliche Intelligenz Münchner Medienethiker berät Bundestag

17.09.2018

Medienenthiker Alexander Filipovic wird Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz miterarbeiten.

Die Hand eines Roboters und eines Menschen berühren sich.
Die Hand eines Roboters und eines Menschen berühren sich. © Sergey - stock.adobe.com

München – Alexander Filipovic (43), Münchner Medienethiker, ist in die Enquete-Kommission "Künstliche Intelligenz - gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale" berufen worden. Die Ernennung erfolgte durch die Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, wie die Hochschule für Philosophie der Jesuiten (HfPh) am Freitag in München mitteilte. Der Wissenschaftler sei damit einer von 19 Sachverständigen, die neben 19 Abgeordneten diesem Gremium angehören werden.

Ethische Perspektive

Filipovic wurde 2013 von der HfPh auf den bundesweit ersten Lehrstuhl für Medienethik berufen. Seit 2016 leitet er zudem das von den Katholischen Hochschulen in Bayern getragene Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft.

Alexander Filipovic ist Professor für Medienethik an der Hochschule für Philosophie SJ in München.
Alexander Filipovic ist Professor für Medienethik an der Hochschule für Philosophie SJ in München. © SJ-Bild

Der Wissenschaftler beschäftigt sich mit Algorithmen und Künstlicher Intelligenz (KI) aus ethischer Perspektive: "Wenn Algorithmen und selbstlernende Systeme unsere öffentliche Kommunikation beeinflussen, dann sollten sie auch ethisch reflektiert werden", so seine Ansicht.

Als Sozialethiker und promovierter Theologe sieht er einen sozialen, ökonomischen aber auch kulturellen Wandel durch Künstliche Intelligenz: "Freiheit, Gemeinwohl, Gerechtigkeit und ökologische Werte müssen Maßgaben für die Gestaltung einer Zukunft mit KI sein." Die Enquete-Kommission soll bis Sommer 2020 Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz formulieren. (kna)


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