Schönstatt-Zentrum Münchner Paar ist Ehe- und Familientrainer

07.08.2019

Das Ehepaar Katharina und Johannes Demuth kann nach ihrer Ausbildung nun andere Paare begleiten.

Katharina und Johannes Demuth haben sich zu Ehe- und Familientrainern schulen lassen.
Katharina und Johannes Demuth haben sich zu Ehe- und Familientrainern schulen lassen. © Riffert

München – Katharina und Johannes Demuth sitzen nebeneinander auf der Wohnzimmercouch und strahlen einander an. Es ist dieses vertraut-liebevolle Funkeln in den Augen beider, das wegen des Besuchs zurückhaltend dosiert wird und doch zeigt, dass das Paar frisch verliebt wirkt. Dabei sind beide schon länger beisammen, verheiratet und Eltern von Jacob (3) und Rosa (1).

Die Kinder liegen gerade im benachbarten Zimmer beim Mittagsschlaf. Nun können die Demuths über ihre Teilnahme am zweijährigen Kurs am Institut für Ehe und Familie erzählen, den sie kürzlich in Klein-Schönstatt in München abgeschlossen haben. Kardinal Reinhard Marx feierte mit der Gemeinschaft und den zehn Ehepaaren, die den Kurs absolviert hatten, einen Gottesdienst. Dabei bekamen sie auch ihre Zertifikate über die Ausbildung zu Ehe- und Familientrainern überreicht. Außerdem erhielten alle Absolventen einen Segen. „Das war wie eine Aussendungsfeier und für uns etwas ganz Besonderes“, sind sich die Demuths einig.

In dieselbe Richtung schauen

Katharina und Johannes Demuth haben sich bei einem Schönstatt-Jugendfest in Koblenz kennengelernt. Davor waren Johannes, der aus der Erzdiözese Bamberg stammt, und Katharina, die aus dem Bistum Augsburg kommt, schon länger in der Schönstatt-Bewegung aktiv. „Es schadet sicher nicht, dass zwei Menschen, die sich ineinander verliebt haben, in dieselbe Richtung schauen, also ähnliche Schwerpunkte in ihrem Leben setzen wollen – gerade was den Glauben und die Vorstellungen von Familie angeht“, erklärt Johannes Demuth.

Er arbeitet in der Kommunikationsabteilung eines großen Münchner DAX-Unternehmens. Sich eloquent auszudrücken und Dinge systematisch zusammenzufassen, fällt dem 33-Jährigen leicht. Seine ein Jahr jüngere Ehefrau ist Erzieherin und Kindheitspädagogin. Beide engagieren sich in ihrer Pfarrei St. Sylvester im Münchner Stadtteil Schwabing: Johannes Demuth singt im Kirchenchor, Katharina Demuth gehört dem Pfarrgemeinderat an. Gerade haben beide einen gemeinsamen Monat Elternzeit und freuen sich auf den bevorstehenden Urlaub.

„Der Kurs hatte gerade die richtige Mischung aus anspruchsvollen Inhalten einerseits und der Machbarkeit andererseits“, ist sich Johannes Demuth sicher. Im ersten Jahr bezogen sich die Themen auf das Paar. Herkunftsfamilie – Reichtum und Hypothek, die Kunst des Gesprächs, Konfliktmanagement, Balance von Nähe und Distanz, Erotik und Sexualität, Rituale in unserer Ehe und Familie oder Kirche zu Hause waren einige der Einheiten überschrieben. „Da haben wir viel konsumieren dürfen“, sagt Katharina Demuth.

Gemeinsame Abschlussarbeit

Im zweiten Jahr ging es um die angehende Begleitung anderer. Die Themen waren Kommunikationstraining, Gesprächsführung, Moderation oder Präsentationstechniken. Die zehn Ehepaare, die den Kurs ganz absolviert haben, mussten einiges an Zeit investieren. Die Präsenzzeit betrug jedes Jahr eine ganze Woche am Stück sowie fünf zusätzliche Wochenenden. Jedes Ehepaar musste eine gemeinsame Abschlussarbeit schreiben und sich einem Prüfungskolloquium unterziehen. Immerhin: Bei den Kurseinheiten konnten die Kinder dabei sein, denn für deren Betreuung war gesorgt.

Die Akademie für Ehe und Familie wurde vom Mainzer Pastoraltheologen Hubertus Brantzen und seiner Frau Maria-Theresia gegründet. Sie gehören wie alle anderen Kursleiter der Schönstatt-Bewegung an. 16 Kurse wurden bereits abgeschlossen. Der Münchner Kurs ist Nummer 17 in der Reihe. Bei den Kurseinheiten sind in der Regel auch Schönstatt-Patres dabei. Pater Stefan Strecker, der zur Niederlassung der Gemeinschaft in München gehört und sich vor allem in der Familienbegleitung engagiert, hat den ersten Münchner Kurs begleitet. „Diese Kurse sind so angelegt, dass das Leitungsteam immer aus zwei Ehepaaren und einem Priester besteht. Das Mainzer Modell setzt auf die Zusammenarbeit von ehelicher und nichtehelicher Lebensform“, erklärt Pater Strecker. So sei auch gewährleistet, dass Gottesdienst gefeiert werden und bei Bedarf auch geistliche Begleitung angeboten werden könne. Die Eheleute Demuth kennt er nicht erst seit dem Kurs. Er hat die beiden seinerzeit getraut und fühlt sich ihnen freundschaftlich verbunden.

Neue Stärken am Partner entdeckt

„Die Kursphase war eine intensive und sehr gute Zeit“, sagt Katharina Demuth. Ihr Mann Johannes ergänzt: „Wir haben definitiv davon profitiert. Wir haben durch die gemeinsamen Aufgaben zum Beispiel Stärken am Partner entdeckt, die wir zuvor noch nicht so bewusst wahrgenommen haben. Das ist eine sehr schöne Erfahrung.“

Wie wollen beide mit ihren Erfahrungen umgehen? „Wir können uns vorstellen, zum Beispiel Impulsvorträge vor anderen Ehepaaren zu halten oder auch Paare zu begleiten“, erklärt Katharina Demuth. Das würde ehrenamtlich und zusätzlich zur Berufstätigkeit und zum eigenen Familienleben erfolgen. Ein Paar begleiten die Demuths bereits seit einiger Zeit. Die jungen Menschen wollen demnächst heiraten und suchten eine Begleitung durch ein Paar, das bereits länger beisammen ist, zugleich aber selbst noch relativ jung ist. „Auch davon profitieren wir. Die beiden stellen viele Fragen, und wir müssen uns damit auseinandersetzen. Das ist auch gut für unsere Beziehung“, sagt Johannes Demuth. (Gabriele Riffert)


Nicht nur die Schönstatt-Bewegung bietet Kurse für Ehepaare an. Es gibt auch Angebote von Marriage Encounter, einer weltweiten katholischen Bewegung zur Vertiefung der Beziehung in der Ehe oder den Equipes Notre-Dame, einer in Frankreich gegründeten Bewegung von Ehepaaren. Alle diese Angebote sind ehrenamtlich organisiert.
Hauptamtlich und mit überprüfbaren professionellen Standards arbeitet die Erzdiözese München und Freising. Sie hat nicht nur Ehevorbereitungskurse im Programm , sondern auch Trainingsmaßnahmen für eine gute Paarkommunikation wie EPL (Ein Partnerschaftliches Lernprogramm), KEK (Konstruktive Ehe und Kommunikation), APL (Aufbaukurse im Partnerschaftlichen Lernprogramm). Nähere Informationen unter Ehevorbereitung im Erzbistum München und Freising, Beziehungsschule München und der Website "Ehe und Familie" des Erzbischöflichen Ordinaritas. (rif)


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