Runder Geburtstag Münchner Sozialethiker Alois Baumgartner wird 80 Jahre

20.08.2021

Zu seinem Ehrentag würdigte auch Kardinal Reinhard Marx den emeritierten Professor für Sozialethik. Er habe das christliche Leben mit seiner Soziallehre leidenschaftlich, aber auch kritisch geprägt.

Portrait von Alois Baumgartner
Alois Baumgartner lehrte bis 2006 als Sozialethiker in München. © Michael Lucan, Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/legalcode

München – Alois Baumgartner, emeritierter Professor für Christliche Sozialethik und Münchner Diözesanrats-Ehrenvorsitzender, wird am 22. August 80 Jahre. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx würdigte den Jubilar als einen "selbstbewussten Repräsentanten der Räte und Verbände in unserer Erzdiözese und weit darüber hinaus". Baumgartner habe "das Christsein immer als Politisch-Sein verstanden" und "im Kontext der Katholischen Soziallehre das gesellschaftliche und kirchliche Leben leidenschaftlich, aber auch kritisch geprägt und andere zu Engagement motiviert".

Der amtierende Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken der Erzdiözese, Hans Tremmel, nannte Baumgartner einen "inspirierenden Menschen und Katholiken". Die vorhandenen Möglichkeiten der Partizipation habe er genutzt, ohne mit dem Status Quo zufrieden zu sein. Auch habe sich Baumgartner "nie gescheut, für mehr Demokratie in der Kirche einzutreten", so Tremmel.

Der Sozialethik verschrieben

Baumgartner hatte den Diözesanrat von 1998 bis 2010 geleitet. Er stammt aus  Mühldorf am Inn und war nach seinem Studium der Philosophie, Theologie und Volkswirtschaftslehre in München und Münster ab 1968 als Referent des Diözesanrats tätig. Ab 1970 wirkte er als Leiter des Synodenbüros der Erzdiözese München und Freising an der Vorbereitung der Gemeinsamen Synode der westdeutschen Bistümer in Würzburg mit. 1976 folgte die Promotion in christlicher Sozialethik.Danach wurde er Assistent am Institut für Moraltheologie und Christliche Sozialethik der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximimilians Universität (LMU) München.

Von 1982 bis 1992 war Baumgartner hauptamtlich als Geschäftsführer des Landeskomitees der Katholiken in Bayern tätig. 1992 erfolgte für ihn der Ruf an die Universität Bamberg als Professor für Christliche Soziallehre und Allgemeine Religionssoziologie, von 1994 bis 2006 lehrte er als Sozialethiker in München. Von 2008 bis 2010 war Baumgartner Mitglied des Präsidiums des Zweiten Ökumenischen Kirchentages. Papst Benedikt XVI. ehrte ihn 2007 mit dem Sankt Silvesterorden. Baumgartner ist verheiratet, hat zwei Kinder und mehrere Enkelkinder. (kna)


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