Erhalten Mütter genug Anerkennung? Mütter und Väter gleichstellen

26.06.2013

Bei der Frage: „Werden Leistungen von Müttern ausreichend anerkannt?“ fällt mir immer eine Gegenfrage ein: Wieso nur die Leistungen der Mütter, wo bleiben die Väter? Sind Erziehung und Haushalt nur Sache der Mütter?

Katharina Dötsch (52), Gleichstellungsbeauftragte, (Bild: Münchner Kirchenzeitung)

In den vergangenen Jahren hat sich unsere Gesellschaft verändert, sie ist von einem ständigen Wandel geprägt, auch im Zueinander der Geschlechter. Die Gleichstellung von Männern und Frauen gehört zumindest dem Begriff nach zu unserer Alltagswelt. Deswegen sollte es bei der Frage, wie familienfreundlich unsere Gesellschaft ist, nicht nur darum gehen, dass Frauen dazu ermutigt werden, Kinder auf die Welt zu bringen, sondern darum, Frauen dazu zu ermutigen, Mütter zu sein, genauso wie Männer dazu ermutigt werden sollten, Väter zu sein.

Noch allzu oft sind mit der Zugehörigkeit zu dem jeweiligen Geschlecht traditionelle Rollenmuster und -klischees verbunden. Frauen verdienen bei gleicher Arbeit weniger als Männer und leisten immer noch den Großteil der Hausarbeit. Männer und Frauen sind aber gleichermaßen für Familie verantwortlich, das gilt auch für die Haus- und Familienarbeit. Kinder sind Aufgabe von beiden Elternteilen und wir, besonders auch als Kirche, sollten alles Erdenkliche dafür tun, dass sich unsere Gesellschaft wirklich verändert, auch in unseren Wertvorstellungen und Gedanken, dass es hier zu einer wirklichen Gleichstellung von Mann und Frau, Müttern und Vätern kommt. Es sollten Möglichkeiten geschaffen werden, damit Menschen in der Familienphase Beruf und Familie vereinbaren können, wenn sie das wollen oder müssen. Dazu gehört die Anerkennung der Familienarbeit und ihre Aufwertung, eine wirkliche Akzeptanz und Wertschätzung vor allem vonseiten der Unternehmensleitungen. Wir brauchen eine kinderfreundliche Arbeitswelt.

Kirchliche Arbeitgeber können da mit bestem Beispiel voran gehen und durch ihre Führungskultur den Stellenwert von Familie deutlich machen. Dann wären auch Leistungen von Müttern und Vätern ausreichend anerkannt.

Katharina Dötsch (52) ist Gleichstellungsbeauftragte des Erzbischöflichen Ordinariat München

Kategorie: Meinung
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