Konzertreihe am Ammersee "Musik - direkt vom lieben Gott"

26.08.2019

Beim Tag der offenen Haus- und Hofkapellen rund um den Ammersee haben die Besucher in der Breitbrunner Kirche ein besonderes Konzert erlebt.

Erfreuten die zahlreichen Zuhörer: Marie-Josefin Melchior und Johann Zeller in der Kapelle Sr. Johannes Baptist in Breitbrunn.
Erfreuten die zahlreichen Zuhörer: Marie-Josefin Melchior und Johann Zeller in der Kapelle Sr. Johannes Baptist in Breitbrunn. © Götzfried

Breitbrunn – Sonntag, 14:50 Uhr. In die Kapelle St. Johannes Baptist in Breitbrunn am Ammersee passt niemand mehr hinein. Dabei hat das Konzert, das für 15 Uhr angesetzt ist, noch gar nicht begonnen. Es findet im Rahmen des „Tags der offenen Haus- und Hofkapellen“ statt, der nun bereits zum fünften Mal dem Klassikfestival AmmerSeerenade vorgeschaltet ist. Vier Touren mit je fünf bis sieben Stationen rund um den Ammersee gibt es. In den einzelnen Kapellen spielen Musiker ganz unterschiedlicher Richtungen.

In Breitbrunn, der dritten Station der Ostroute, sind nun Marie-Josefin Melchior (Violine, Gitarre) und Johann Zeller (Akkordeon) vom Duo KlangZeit an der Reihe. Die beiden spielen Tango und Valse Musette und bewegen ab dem ersten Ton die Konzertbesucher. Die Anwesenden sind altersmäßig bunt gemischt. Mindestens 100 Leute sind schon in der Kapelle. Einige drücken noch von außen herein, als die Musik erklingt. Schließlich ist auch der Boden des Mittelgangs voll, die Empore und die Treppe dorthin sowieso. „Ich habe die beiden schon einmal gehört und wollte sie unbedingt noch einmal erleben. Ihre Musik kommt direkt vom lieben Gott, so wunderbar spielen sie“, sagt eine Münchnerin, die mit ihrer Freundin extra zu diesem Konzert angereist ist.

Leidenschaftlicher Tango

Die Idee, Kapellen und kleine Kirchen für diese Konzertreihe zu öffnen, gefällt ihr gut. „Da sind auch Menschen dabei, die sonst nicht hier wären.“ Ein paar junge Leute applaudieren beim leidenschaftlich gespielten Tango und pfeifen laut. Sie gehören möglicherweise zu denen, die sonst nicht oft in der Kirche sind. Als das Duo mit dem eher ruhigen Lied „Wann der Herrgott ned will“ abschließt, haben einige von ihnen ein leichtes Schimmern im Auge, das zeigt, dass sie sich auch von diesem religiösen Stück bewegen lassen. Draußen grollt gerade ein Gewitter. Doch der Donner dringt nur gedämpft in die kleine Kirche. Hier ist jeder sicher und geschützt. Eine schöne, zusätzliche Erfahrung, die die Konzertbesucher gemeinsam machen dürfen.

Als das Konzert vorüber ist, hat sich auch das Gewitter verzogen. So können die Besucher sich auf den Weg nach Inning-Schlagenhofen machen, wo Michael Leontchik auf dem Cymbal (russisches Hackbrett) Klassik und Jazz bietet. Dann geht es weiter zur Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit in Inning, wo Miriam Green sehr persönliche Lieder und ruhige Stücke auf Oboe und Englischhorn bietet. Alle Künstler verlangen nur eine Aufwandsentschädigung. Auch das Veranstalterteam arbeitet ehrenamtlich. Dessen Leiterin Doris Pospischil freut sich über den gelungenen Tag: „Er zeigt, was die Menschen brauchen: Gute Orte und Musik, die die Herzen öffnet.“ (Gabriele Riffert)

Am 27. September findet in Sankt Ottilien um 19.30 Uhr im Rahmen der AmmerSerenade ein Benefizkonzert mit dem Tschaikowski Symphonie Orchester Moskau statt. Weitere Infos gibt es hier.


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