Saisonauftakt für "Paradisi gloria" Musik und Religion

15.11.2017

Die Konzertreihe „Paradisi gloria“ in der modernen Münchner Herz-Jesu-Kirche erfreut sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 großer Beliebtheit. Nun übernimmt Chefdirigent Ivan Repušic die Leitung.

Die Tore der Herz-Jesu-Kirche öffnen sich. © A.Heinzel

München – Mit der architektonisch eindrucksvollen Herz-Jesu-Kirche (Lachnerstraße 8) im Münchner Stadtteil Neuhausen hat die Konzertreihe „Paradisi gloria“ des Münchner Rundfunkorchesters seit langem einen festen Spielort. Nach Marcello Viotti, der die Reihe im Heiligen Jahr 2000 gemeinsam mit der Erzdiözese ins Leben gerufen hatte, und seinem Nachfolger Ulf Schirmer ist „Paradisi gloria“ nun auch für den neuen Chefdirigenten Ivan Repušic eine Herzensangelegenheit. Zwei der insgesamt drei Konzerte der Saison 2017/18 wird er deshalb selbst leiten: Am 2. Februar 2018 stehen unter anderem die „Chichester Psalms“ von Leonard Bernstein auf dem Programm; am 13. Juli folgen der „Psalmus hungaricus“ und das „Budavári Te Deum“ von Zoltán Kodály. Repušic, der in Zadar an der kroatischen Küste aufwuchs, möchte so vielfältige kulturelle Brücken bauen.

Das erste Konzert der Spielzeit am 1. Dezember dirigiert Howard Arman, der Künstlerische Leiter des BR-Chores. Im Mittelpunkt steht dabei die 1953 uraufgeführte „Cantate de Noël“ des Schweizer Komponisten Arthur Honegger. Bekannte Weihnachtslieder sind in dieses Werk ebenso eingeflossen wie Gregorianischer Choral und Anklänge an Johann Sebastian Bach. Für den Chor des Bayerischen Rundfunks, mit dem das Münchner Rundfunkorchester bei der Konzertreihe „Paradisi gloria“ eng zusammenarbeitet, ist dieses vielschichtige Werk ebenso reizvoll wie André Caplets „Tout est lumière“, einer impressionistischen Huldigung an die Natur. Drittes Werk des Abends mit stark französischem Einschlag ist Darius Milhauds Ballettmusik „La création du monde“: mit jazzig angehauchten Tönen wird darin der Schöpfungsmythos aus afrikanischer Perspektive erzählt.

Die Konzertreihe findet in Zusammenarbeit mit dem Erzbistum statt. Generalvikar Prälat Peter Beer schreibt in seinem Grußwort: „Das Projekt bringt auf höchstem musikalischen Niveau gegenwärtige Musik und Religion ebenso zusammen wie Musiktraditionen mit diversen kulturellen, nationalen und religiösen Prägungen. Diese verbindende und zusammenführende Leistung kann man in Zeiten politischen und gesellschaftlichen Auseinanderdriftens nicht hoch genug einschätzen. Wo Worte oft trennen, abgrenzen, gar abwerten und verletzen, schafft die Musik einen Raum des gemeinsamen Empfindens, Staunens, Überwältigtseins. Darin liegt die große Nähe und Affinität der Musik zur Religion, ja die Religion, der Glaube artikuliert sich seit jeher auch und besonders in Form der Musik.“ (ds/flo)

Mehr Informationen gibt es hier. Telefonische Ticketbestellung unter 0800-59 00 594 (gebührenfrei).


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