Münchener Kantorale erhältlich Musikalischer Botschafter

02.01.2015

Eine Erfolgsgeschichte aus dem Erzbistum ist das Münchener Kantorale. Nun ist der von Kirchenmusikern und Kantoren sehnsüchtig erwartete Band für das Lesejahr B erschienen. Das liturgische Werk- und Vorsängerbuch ist mittlerweile eine wichtige Begelitpublikation zum neuen Gotteslob - und zwar nicht nur in der Erzdiözese München und Freising.

Bernward Beyerle, Markus Eham und Gerald Fischer singen aus dem Münchener Kantorale vor. (Bild: Sankt Michaelsbund/Basso-Ricci)

München - Das Münchener Kantorale für die musikalische Gestaltung der Messe war ursprünglich für die Praxis im Erzbistum München und Freising geschaffen worden. Nun ist es neben den Orgelbegleitbüchern zur wichtigsten offiziellen Begleitpublikation zum neuen Gotteslob geworden – und zwar für dessen gesamtes Verbreitungsgebiet, da auch die Gemeindegesänge aus Österreich und Südtirol berücksichtigt wurden.

Wegen fehlender Druckfreigaben hatte sich die Veröffentlichung jedoch verzögert und der Band für Lesejahr A konnte nicht mehr rechtzeitig fertiggestellt werden. Nach aktueller Planung wird er Ende Februar 2015 erscheinen, das Buch für Lesejahr C Ende Oktober. Die weiteren Bände für Heiligenfeste und besondere Anlässe, Scholabuch und Gesamtregister folgen dann sukzessive.

Im deutschen Sprachraum etabliert

Bernward Beyerle, Initiator des ab 1991 erschienenen ersten Münchener Kantorales, erinnert sich gut an seine eigene Zeit als Kirchenmusiker in der Münchner Mariahilfkirche. Mit Freude sei er Vorsänger für die Gemeinde gewesen: „Im Laufe der Jahre sammelte sich aber ein unübersichtlicher Berg von Einzelblättern an.“ Schon damals hätte er sich ein kompaktes Buch gewünscht. Später als Diözesanmusikdirektor sei er zudem vor der Aufgabe gestanden, eine diözesane Kantorenpraxis zu fördern, „mit aussagekräftigen Arbeitsgrundlagen – für Kirchenmusiker und Pfarrer, um damit auch deren Zusammenarbeit anzuregen“. Das mühsame Zusammensuchen der Gestaltungselemente für die Messe sollte durch kompetente Vorschläge erleichtert werden: Die Idee zum Münchener Kantorale war geboren. „Ohne große Werbung hat es sich dann im gesamten deutschen Sprachraum etabliert und wurde so zum Botschafter der Kirchenmusik des Erzbistums München und Freising“, berichtet Beyerle.

"Fast unentbehrlich"

Basierend auf dem neuen Gotteslob wurde das Kantorale nun komplett überarbeitet. „Der mit 500 Seiten deutlich erweiterte Umfang rührt daher, dass auch das Schola- und Hallelujabuch eingebracht wurden“, erklärt Beyerles Nachfolger im Amt, Diözesanmusikdirektor Gerald Fischer: „Es bietet also nicht nur eine solide Grundlage für die Königsdisziplin des Kantors, den Antwortpsalm nach der ersten Lesung und den Ruf vor dem Evangelium, sondern ist ein umfassendes Werkbuch für die gesamte musikalische Messgestaltung.“ Damit werde es „fast unentbehrlich für jeden, dem an einer stimmigen und farbigen Gottesdienstgestaltung gelegen ist“.

Einige Neuerungen erläutert Markus Eham, Professor für Liturgik, Musik und Stimmbildung, der an der Neugestaltung des Kantorales ebenso wie an der ursprünglichen Ausgabe beteiligt war: So enthalte es neue Schola-Begleitgesänge zu Einzug, Gabenbereitung und Kommunion. Bei den Antwortpsalmen sind nun Liegeklänge notiert, mit denen der Organist selbst bei größerer Entfernung zwischen Orgel und Ambo den Vortrag „in einen ‚KlangRaum‘ der Betrachtung stellen kann, ohne den Vorsänger im sprechrhythmisch nuancierten Vortrag einzuschränken“. Außerdem sei der Kehrvers durchweg mit dem Begleitsatz aus dem Orgelbuch abgedruckt. „Auch Hinweise auf gregorianische Gesänge finden sich darin oder abgedruckte Stücke aus dem Graduale simplex“, so Eham. (Karin Basso-Ricci)


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