Alphornkurs für alle Musikalisches Highlight der Landvolkshochschule Wies

07.09.2017

Vier Tage lang haben Alphornliebhaber das wohlklingende Instrument an der Katholischen Landvolkshochschule kennen lernen dürfen. Der Schweizer Musiklehrer Martin Roos hat ihnen viel über Technik, aber auch über das Gefühl des Musizierens beigebracht.

Martin Roos bringt seinen Schülern bei das Alphorn zu spielen.
Martin Roos bringt seinen Schülern bei das Alphorn zu spielen. © SMB/Wojtkowiak

Wies – „Du musst den Klang des Alphorns fühlen“, sagt Martin Roos und erklärt seinen Musikschülern das „Alphorn-Fa“, ein Naturton, den es nur bei dem 3,4 Meter langen Instrument aus Holz gibt und hauptsächlich für alte Melodien des Alphorns verwendet wird. Zwei Schüler versuchen sich an zweistimmigen Klängen, die anderen lauschen gebannt. Der viertägige Kurs soll den Musikern nicht nur technische Kniffe verraten, sondern auch ihr Gehör schulen.

Liebe auf den ersten Ton

Im Kurs sind junge und ältere Alphornbegeisterte, mehr Frauen als Männer, einige, die schon viel Erfahrung mit dem Instrument haben, aber auch eine absolute Anfängerin. Musik im Blut haben alle. Viele haben schon andere Blechblasinstrumente, wie Waldhorn oder Parforcehorn gespielt, doch der besondere Klang des Alphorns hat sie alle gefangen: „Ich durfte mal bei einer Kollegin spielen und da war es Liebe auf ersten Ton“, erzählt Kerstin Appenzeller. Sie ist fast 400 Kilometer von Mannheim nach Wies gekommen, „extra für Martin“, denn sein guter Ruf als Alphornlehrer eile ihm voraus.

Auch Anfänger dürfen mitmachen

Eine ganz neue Erfahrung war das Alphornspielen für Birgit Seuss aus Bad Kohlgrub. Bisher spielt sie Flöte, musste also auch erst lernen, wie man in ein Alphorn reinbläst. Doch das Instrument habe sie schon lange fasziniert, deshalb wollte sie das Spielen unbedingt mal ausprobieren. Das Alphorn gehört zu den Blechblasinstrumenten, auch wenn es komplett aus Holz ist, denn das Mundstück ähnelt dem einer Trompete. Viel Luft brauche man nicht, erklärt Lehrer Martin Roos. Wichtig sei, die Lippen in Schwingung zu bringen und nicht zu stark zu blasen. Und: man müsse Geduld haben und den Lippen Zeit lassen, die neue Bewegung zu lernen.

Alphornspielen ist wie beten

Wenn man Musik macht, ist man näher bei Gott. Davon ist Wolfgang Laher aus Hiltenfingen überzeugt. Für ihn ist Alphornspielen wie beten. Deshalb gehe er auch gerne auf den Berg, um Gott nahe zu sein. Gerade im August und September gebe es Alphornmessen, die er häufig besucht. Auch der fortgeschrittene Alphornspieler Gerhard Höfer aus Breitbrunn am Chiemsee geht oft mit seinem Instrument auf den Berg. Er hat ein Carbonteleskop-Alphorn, das nur 1,5 Kilogramm wiegt und zusammengelegt nur 60 cm lang ist. Das sei ideal für Bergtouren. Einmal im Jahr geht er mit drei Freunden los, zur Alphorn-Treckingwoche: „Das ist ganz fantastisch, wenn man da an der richtigen Stelle spielt, gegenüber einer Wand oder in einem Kessel. Da ist man dem Göttlichen wirklich nahe“.

Die Katholische Landvolkshochschule hat nicht nur Musikkurse im Programm, sondern zum Beispiel auch ein Literaturwochenende, Fastenkurse und spirituelle Angebote. Alle Informationen finden Sie auf der Webseite der LVHS Wies.

Audio

Reporterin Andrea Wojtkowiak hat den Alphornkurs besucht

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Die Autorin
Andrea Wojtkowiak
Radio-Redaktion
a.wojtkowiak@st-michaelsbund.de


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