Bayern wählt einen neuen Landtag Muss Kirche politisch sein?

05.09.2018

Eine Frage die oft heiß diskutiert wird. Der Landesvorsitzendes des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, Daniel Köberle, kann die Frage ganz eindeutig beantworten.

Kirche und Politik ganz nach: Das Rathaus und der Liebfrauendom in München.
Kirche und Politik ganz nach: Das Rathaus und der Liebfrauendom in München. © imago

Muss Kirche politisch sein? Selbstverständlich! Als Christ*innen tragen wir Verantwortung für die Welt und die Menschen, die in ihr Leben. Wenn sogar der Papst von der “Sorge um das gemeinsame Haus” spricht, dann weist er auch gleichzeitig darauf hin, dass wir - die Kirche - eben auch verantwortlich dafür sind. Und wer in einer Gesellschaft Verantwortung übernimmt und trägt, betreibt auch Politik. Unabhängig von Größe und Ort. Also ist ein Engagement in der Kirchengemeinde gleichermaßen politisch, wie ein Debattenbeitrag zu einer gesellschaftspolitischen Frage auf Kommunal-, Landes- oder Bundesebene.

Daniel Köberle
Daniel Köberle © BDKJ

katholisch. politisch. aktiv.

Ich halte es für notwendig, dass Christi*innen sich vor dem Hintergrund ihrer Wertvorstellungen in die Politik einmischen und aus ihrer Perspektive heraus eine christliche Politik betrieben. Und auch da gibt es unterschiedliche Meinungen und Haltungen. Es gibt nicht die eine christliche Politik - zumindest in vielen Fällen. Auch in der Kirche sind die Ansichten der Menschen zu politischen Themen so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Was eint, ist aber ein Menschenbild, Wertvorstellungen und eine weltanschauliche Haltung. Vor diesem Hintergrund ist es doch logisch, dass die Kirche, die eben auch nur aus Menschen besteht, sich in Politik einmischt! Die katholischen Jugendverbände haben das übrigens ganz selbstverständlich in den Slogan des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) geschrieben: katholisch. politisch. aktiv.

Zum Autor: Daniel Köberle ist Landesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Bayern. Er wurde 1987 in Kempten geboren und ist studierter Bauingenieur. Seine Wurzeln liegen in der Katholischen jungen Gemeinde (KjG), wo er verschiedene Ehrenämter ausfüllte. Seit 2012 ist er hauptamtlicher Vorsitzender des BDKJ Diözesanverband Bamberg und Mitglied im Landesvorstand des BDKJ Bayern.

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Bayern wählt

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